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Alte Rose zurückschneiden

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Kommentar zu Rosen schneiden (*Einfache* Anleitung Rosenschnitt für alle Rosen)
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Wir haben einen ziemlich verwilderten Garten übernommen mit einer sehr schönen Rose. Leider besteht dieses aus 2 Stämmen, die sich erst in ca. 1,20 m Höhe verästeln. In 2 bis 2,50 m Höhe blüht sie dann aber wunderschön. Gibt es eine Möglichkeit
sie etwas zurückzuschneiden, wenn ja, wann und wie?
Danke für alle Tipps
Chris

11.02.2008 00:01 | geändert: 11.02.2008 00:01


Hallo Chris,

eine unten verkahlte alte Rose (Strauchrosen oder Kletterrosen) kann man zum Verjüngen normalerweise folgendermaßen radikal zurückschneiden, damit sie wieder in Augenhöhe blüht:

Man setzt einfach einen Schnitt mit einer scharfen Astschere weiter unten an den verkahlten Stämmen an.

In einer Höhe von etwa 50 cm leicht schräg, ca. 1/2 cm über einer nach *außen* stehenden Knospe (="Auge", meist direkt über einem Blatt bzw. einer Blattachsel. Achtung, Auge ist nicht gleich Stachel!)
An einem alten Stamm ist die Knospe bzw. das sogenannte "schlafende Auge" leider meist nur als kleiner waagerechter Strich erkennbar, wenn überhaupt. Kann man sie nicht erkennen, bleibt einem nicht anderes übrig als einfach irgendwo zu schneiden und dann abzuwarten, wo der nächste Austrieb nach außen erfolgt. Sobald dieser erkennbar wird, setzt man den endgültigen Schnitt dann nochmals direkt über ihm (leicht schrägt, 0,5cm darüber siehe oben) an. Da man hierbei mitunter erheblich nachschneiden muss, schneidet man sicherheitshalber zunächst nicht ganz so tief wie man eigentlich vorhatte.

Die alte Rose treibt danach normalerweise nicht nur aus den verkahlten alten Stämmen wieder kräftig aus, sondern bildet oft auch einen starken Neutrieb direkt aus dem Wurzelstock, sodass man meistens wieder eine schöne buschigere Wuchsform und Blüten auch in geringerer Höhe erhält.

Sehr viele Rosen kann man auf diese Art in der Regel immer wieder einmal gut verjüngen, nachdem sie längere Zeit vernachlässigt wurden. Züchterisch veränderte Gartenrosen leben aber oft auch wieder nicht ewig (wie z.B. die 1000jährige Rose von Hildesheim), und bei solchen sehr alten Rosen kann es daher manchmal auch besser sein, sie durch neue zu ersetzen. Heute gibt es ja viele besonders gelungene Gartenrosen, die nicht nur schön, besonders lange und duftend blühen, sondern auch resistent gegen die lästigen Pilzkrankheiten sind, siehe auch Gesunde Rosen.

Wichtig für immer frische Triebe von unten sind neben dem *regelmäßigen* Schnitt auch ein vollsonniger Standort und richtiges Düngen. Sonst kann es vorkommen, dass Strauchrosen bzw. Kletterrosen bald wieder von unten verkahlen.

Als Astschere bevorzugen wir eine mit einem gleitenden Amboss, die bei wenig Kraftaufwand sehr sauber schneidet und nicht quetscht.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Förster, GartenDatenbank.de Team

14.02.2008 09:33 | geändert: 14.02.2008 09:33


Hallo,
ich habe im September einen Garten übernommen, der sehr ungepflegt war. Die vielen Rosen sind dementsprechend lange nicht geschnitten worden. Woran erkenne ich, ob es sich um eine Beet-, Strauch- oder Edelrose handelt? Je nach Art wird doch ein unterschiedlicher Schnitt empfohlen, oder? In meinem Buch "Der Biogarten" steht, daß die Praxis, Rosen auf wenige Augen radikal zu kürzen, unnötig roh ist und die Pflanzen so länger brauchen, um nachzuwachsen und Blüten zu bilden. Gehen die Expertenmeinungen da auseinander?
Besonderes Kopfzerbrechen bereitet mir eine sehr große Gloria Dei (ca. 2m hoch). Sie ist wirklich sehr lange nicht beschnitten worden - muß ich das beachten beim Schneiden und wenn ja, wie? Ich habe Hemmung, die auf 20cm zu kürzen, zumal schon überall die Blätter sprießen...
Herzlichen Dank für Ihren Rat!
Elisabeth

21.03.2008 18:18 | geändert: 21.03.2008 18:18


Hallo Elisabeth,

folgendermaßen kann man die verschiedenen Rosenarten auch jetzt vor der Blüte meistens einigermaßen gut unterscheiden und erkennen:

Beetrosen: Überhängender Wuchs, besonders buschig.
Strauchrosen: Hohe Rosen mit dicken, stark verholzten Stämmen.
Edelrosen: Straff aufrecht wachsende Triebe in etwas geringerer Anzahl.
Bodendeckerrosen: Wie Beetrosen, aber dünnere Zweige.

Die Rosen brauchen bei radikalem Rückschnitt nach unserer Erfahrung vor allem dann länger, um Blüten zu bilden, wenn man sie *zu spät* schneidet.

Oft liest man, der Rückschitt sei im *März* vorzunehmen. Die Angabe eines Kalendermonats ist jedoch nicht so günstig, denn der Austriebsbeginn hängt ja sehr stark von der Witterung ab und ist daher je nach Gegend, Standort und der Härte bzw. Milde des vorangegangenen Winters eben nicht erst im März, sondern häufig bereits im Februar oder sogar Januar, oder auch erst im April.

Wenn man schneidet, sobald die Augen *beginnen*(!) rot anzuschwellen, d.h. schon beim ersten Anzeichen und nicht erst, wenn sie schon einen 1/2cm lang sind, blühen die Rosen bei uns genauso früh wie ungeschnitten. Schneidet man erst später, womöglich wenn schon ganze Blätter ausgetrieben sind, kommt es in der Tat zu einer Art Schock, einer Wachstumsstockung, und es dauert dann oft geraume Zeit, manchmal etliche Wochen, bis die Rosen sich überwinden, erneut den Austrieb zu wagen.

Anderseits blühen sie dann zwar später, aber dafür oft wiederum zu einem Zeitpunkt, zu dem es im Garten bereits insgesamt wieder blütenloser wird, sodass man sich über diese späten Rosen doppelt freut.

Regel zum Rosenschnitt und Gehölzschnitt:

Starker Rückschnitt führt bei Rosen zu kräftigem Neutrieb und dadurch besonders vielen Blüten, denn junge, starke Triebe blühen besser als mickrige.

Ohne jeglichen Schnitt vergreisen sie, d.h. sie verholzen und verkahlen, es kommt durch zu dichten Wuchs nicht mehr genug Licht und Luft ins Innere und folglich lässt die Blüte nach, und sie werden krankheitsanfällig.

Ausnahme vom radikalen Rückschnitt: Mangelhafte Vitalität und/oder extreme Kulturbedingungen können beim radikalen Zurückschneiden jedoch im Ausnahmefall grundsätzlich auch zur Beeinträchtigung und im schlimmsten Fall sogar zum Absterben von Pflanzen führen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, den Schnitt zunächst weniger tief anzusetzen und ihn auf mehrere Jahre zu verteilen.

Eine prächtige, 2 Meter hohe 'Gloria Dei' ist nicht mehr als Edelrose anzusehen, sondern als Strauchrose. Sie wird daher normalerweise auch nicht mehr radikal zusammengeschnitten, sondern nur ausgelichtet. Erst wenn sie nicht mehr ausreichend blüht, kann man sie wie z.B. auch einen Flieder oder einen Rhododendron wieder "auf den Stock" setzen, also in 1/2-1 Meter Höhe abschneiden, je dicker die Stämme sind, desto weniger tief.

Es wird zwar für die einzelnen Rosenarten ein unterschiedlicher Schnitt empfohlen, aber vor allem, damit sie auch vernünftig ihren eigentlichen Zweck erfüllen:

Bodendeckerrosen sollen flach wachsen, Beetrosen ein etwas höheres Blütenmeer bilden und Edelrosen lange Schnittrosen liefern.

Man kann aber ebenso fast sämtliche Rosen einschließlich Bodendeckerrosen zu Strauchrosen schneiden, also nur auslichten. Sie werden dann meist ebenfalls zu ansehnlichen Strauchrosen von 1,5m-2m Höhe, siehe z.B. die Bilder auf unserer Spezialseite zur Bodendeckerrose 'The Fairy'.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Weinreich, GartenDatenbank.de Team

27.03.2008 14:50 | geändert: 27.03.2008 14:50


Ein Beitrag aus diesem Thread wurde in einen neuen Thread verschoben:

Kletterrose im Sommer zurückschneiden

14.07.2008 11:15 | geändert: 14.07.2008 11:15


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