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Alten Rhododendron zurückschneiden: Rückschnitt wenn zu groß

Alten Rhododendron zurückschneiden: Rückschnitt wann + wie? Zu groß gewordene Rhododendren wieder klein schneiden. Einfache Anleitung mit Foto.

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Rhododendron | Gehölzschnitt

Problem: Wann und wie kann ich unseren Rhododendron zurückschneiden, der zu groß geworden ist und nun so weit über den Weg ragt, dass man kaum noch an ihm vorbeikommt?

1. Wann schneiden?

1.1. Idealer Zeitpunkt: Man kann einen Rhododendron jederzeit zurückschneiden, sofern man nur wenig schneiden (auslichten) muss.

1.2. Ausnahme 1: Starker Rückschnitt
Ist ein starker Rückschnitt erforderlich, macht man das am besten *direkt nach* der Blüte, da viele Blüten sonst schon weggeschnitten werden. Achtung: Nicht zu spät, da der zu erwartende starke Neutrieb sonst vor dem Winter nicht mehr ausreifen kann!

1.3. Ausnahme 2: Radikalschnitt
Radikaler Rückschnitt zur Verjüngung (auf ca. 0,5m über dem Boden) am besten im Frühling kurz vor Austriebsbeginn (meist etwa April), damit die Zeit in der der Rhododendron verunstaltet aussieht, möglichst kurz ist.

Rhododendron zurückschneiden - Radikaler Rückschnitt, Neutrieb aus Altholz:

Großes Foto: Rhododendron zurückschneiden - Radikaler Rückschnitt in altes Holz
Bild: 2003-05-24
Radikalschnitt: Radikaler Rückschnitt in altes Holz. Rhododendren kann man auch in altes Holz zurückschneiden, indem man sie zum Verjüngen oder bei Platzmangel, wenn sie zu groß geworden sind, etwa 50cm über dem Boden kappt.

Ausnahme: Bei Rhododendren, die durch Veredelung vermehrt wurden, darf man nur vorsichtig/leicht schneiden und muss den Schnitt auf mehrere Jahre verteilen, weil durch starkes Zurückschneiden häufig die Unterlage zum Durchtreiben angeregt wird.

Da der Anblick dieser Verunstaltung meist mehrere Jahre andauert, führt man einen solchen gewaltsamen Schnitt nur im seltenen Ausnahmefall bzw. Notfall durch!

Achtung: Mangelhafte Vitalität und/oder extreme Kulturbedingungen können beim radikalen Zurückschneiden jedoch im Ausnahmefall grundsätzlich auch zum Absterben der Pflanzen führen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, den Schnitt zunächst weniger tief anzusetzen und ihn auf mehrere Jahre zu verteilen.

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2. Wie schneiden?

Rhododendren und andere freiwachsende Blütensträucher und Bäume sollte man normalerweise nicht einfach einkürzen (kappen, stutzen): Dies sieht nicht nur unnatürlich verschnitten und schlecht aus, sondern kann auch besonders häufig dazu führen, dass an dem abgeschnittenen Stummel ein stark besenartiger Neutrieb erfolgt, was die Wuchsform noch weiter beeinträchtigt. Richtig ist stattdessen ein

2.1. Ableitungsschnitt

Das bedeutet, zu lange Äste muss man jeweils auf einen darunter liegenden geeigneten schwächeren/kürzeren Ast zurückschneiden, der dann den bisherigen ersetzt ("ableiten").

Direkt am Ansatz schneiden - "Keine Kleiderhaken stehen lassen": Stummel heilen schlecht bzw. gar nicht und sind daher eine Eintrittspforte für Erreger von Krankheiten und Schädlinge.

Wichtig: Dieser Ast, auf den abgeleitet wird, darf nicht zu flach stehen, sonst kann sich an ihm ebenfalls der lästige besenartig, senkrecht nach oben wachsende Austrieb entwickeln, die sogenannten "Wasserschosser", die dann umständlich auch schon wieder entfernt werden müssen.


2.2. Triebe entfernen

Man kann auch zu lange Zweige einfach entfernen, d.h. direkt am Ansatz schneiden, ohne den (nicht immer erkennbaren) Astring zu verletzen: Insbesondere im Astring befindet sich direkt unter der Rinde eine Gewebeschicht aus teilungsfähigen Zellen (Kambium). Diese bildet bei Verletzungen Wundgewebe (Kallus), das sich über die Wunde schiebt und sie überwallt/verschließt.


2.3. Triebe einkürzen

Wenn man aus irgendeinem Grund trotzdem Triebe einkürzen muss, ist wiefolgt vorzugehen:
Knapp über Knospen schneiden. Diese sollten nach außen zeigen (= Wuchsrichtung des neuen Triebes).

Knospen, auch "schlafende Augen" genannt, weil sie oft lange versteckt, nicht zu sehen sind und erst auf einen bestimmten Reiz hin zu Knospen werden und austreiben, sind meist erkennbar als Quer-Strich (Blattnarbe) am Zweig. Schlafende Augen sitzen stets in den Blattachseln, direkt oberhalb dieser Blattnarben.

Tipp: Kann man an sehr altem Holz keine schlafenden Augen oder Blattnarben mehr erkennen, schneidet man einfach irgendwo, wartet auf den Austrieb und schneidet dann den Stummel bis etwa 1cm über dem Neutrieb weg.

Ausführliche weitere Informationen auf unser Spezialseite:

Rhododendron + Azalee Schneiden, Pflege d. Rhododendren (Hauptseite mit Übersicht)

16.03.2008 19:43 | geändert von Alex: 27.02.2009 06:22


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