Google-Anzeige

Brennholz aus Garten Holzplantage - Bäume f Nutzholz Wald

Google-Anzeige

Guten Tag,

ich habe die Idee, in einem Teil meines Gartens (20 x7 Meter) zwischen Gartenhaus und Haus eine Art schnell wachsenden Wald mit schnell wachsenden Bäumen zu pflanzen, um mir einfach meinen eigenen Brennholzbedarf selber zu produzieren.

Stichwort: Kurzumtriebsflächen im eigenen Garten ?

Nun habe ich aber in dieser Fläche einen Gulli, ich glaube einen Hausabwasserschacht.

Und auf einer Längsseite eine geteerte Straße eines Campingplatzes.

Nun meine Frage, wenn schnell wachsende Bäume dort relativ eng gepflanzt werden, sagen wir mal alle 3-5 Jahre abgesägt, abgeerntet werden, wie verhält es sich dann mit dem Wurzelwachstum im Boden dieser Bäume?

Verringert der 3-5 Jährige Totalschnitt das Wurzelwachstum?

Weil, für schnellwachsendes Holz: Korbweide, Pappel, Esche, Robinie giebt es ja ebenfalls ein sehr agressieves Wurzelwerk - Wachstum.

Da denke ich an den Abwassergulli, Abwasserrohr, evtl. auch an die geteerte Straße, welche vieleicht in 1,5-2 Meter Abstand dann zu den gepflanzten Bäumen liegen wird.

Nun bitte ich Ihre Meinung zu meiner Idee, im eigenen Garten eine Art Holzplantage anzubauen.

Giebt es überhaubt schnell wachsende Bäume, die vom Wurzelwachstum halbwegs gefahrlos für so eine Idee, Vorhaben wären?

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort,

mit freundlichen Grüßen,

Manfred Teske Allgäu:-)

04.02.2008 20:02 | geändert: 04.02.2008 20:02


Hallo Herr Teske,

Schäden durch Wurzeln dürften zwar normalerweise dabei eher nicht zu erwarten sein (s.u.), jedoch eignet sich eine Kurzumtriebsplantage zur Brennholzgewinnung in einem Garten aus unserer Sicht nicht, da es sich bei den dafür geeigneten Gehölzen (hauptsächlich Pappeln und Weiden = Weichholz) um minderwertiges Brennholz handelt. Ein so häufiges auf den Stock setzen vertragen nur wenige Arten über einen längeren Zeitraum.

Weichholz verwendet man eigentlich nur zum Anfeuern, da es viel zu schnell abbrennt, auch lange getrocknet nicht sehr gut brennt und nicht viel Wärme abgibt.

Das beste Brennholz:

Für die Gewinnung von Brennholz pflanzt man am besten Eschen (Fraxinus excelsior): Die Esche hat einen praktisch ebenso hohen Heizwert/Brennwert wie Buche (Fagus sylvatica) und Deutsche Eiche (Quercus robur), ist jedoch im Gegensatz zu diesen schnellwüchsig. Jahrestrieb: In den ersten ca. 7-10 Jahren bis zu 1 m (und mehr) pro Jahr.
Ihr Reisig brennt frisch gefällt so gut wie abgelagert. Die Esche lässt sich nach unserer Erfahrung in der Regel gut spalten (auch wenn man häufig liest, sie sei schwer spaltbar).

Beste Anbau Methode für größte Erträge:

Für die beste Brennholz Ausbeute erfolgt die Pflanzung als sogenannter "Niederwald", d.h. die Rodung bzw. Ernte erfolgt *frühestens* alle 15 (20-30) Jahre, erstmalig bei Stammdurchmesser von mindestens 20cm. Pflanzabstand etwa 1,50m, nach einigen Jahren wird ausgelichtet und damit bereits ein Teil geerntet. Niederwald Plantagen liefern das beste Brennholz, und man kann sie jahrhundertelang beernten, während sich die zurzeit moderneren Kurzumtriebsplantagen bereits im 15.-20. Jahr erschöpfen und erneuert werden müssen.

Auch Obstbäume sind übrigens Hartholz und damit ein gutes Brennholz.

Die Pflanzung von gefährlichen Problempflanzen wie Robinie (Robinia pseudoacacia), Götterbaum (Ailanthus altissima) und anderen invasiven Exoten der schwarzen Liste verbietet sich unserer Meinung nach auch für die Brennholzgewinnung, zumindest hierzulande bzw. außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes.

Zu den Baumwurzeln:

Bei den Baumwurzeln, die Schäden an Bauwerken wie Fundament oder Versorgungsleitungen verursachen, handelt es sich speziell um *dicke* Wurzeln, die der Baum bildet, um sich gegen Umkippen bei Sturm abzusichern.

Sie entstehen daher um so mehr, je exponierter der Baum steht.

Bei windgeschütztem und dichtem Standort wie im Wald sind sie deutlich weniger erforderlich und werden daher von solchen Bäumen auch nur in wesentlich geringerem Maße oder gar nicht gebildet.

Aus diesem Grund können sehr starke Stürme (Orkane) im Wald zu katastophalen Schäden führen, während ein einzeln stehender Baum im Feld in der Nähe mitunter praktisch unbeschädigt bleibt.
Ebenso sind häufig in einer Gruppe von Bäumen die restlichen nicht mehr standsicher, wenn einer oder mehrere davon gefällt werden.

In Kurzumtriebsplantagen wachsen die Bäume nicht nur windgeschützt dicht, sondern durch das häufige Zurücksetzen auf den Stock auch überhaupt nicht als Bäume (= Gehölz mit einem oder wenigen Stämmen und verzweigter Krone) sondern als Sträucher (= Gehölz mit vielen Stämmen, die sich in Bodennähe verzweigen), sodass erst recht kein besonderes Dickenwachstum der Wurzeln zu erwarten ist, da die Standsicherheit durch den anderen Wuchs ja nicht gefährdet ist.

Eine mögliche Beschädigung von in der Nähe befindlichen Bodenbefestigungen wie Asphalt oder Platten oder auch Abwasserrohren halten wir daher zwar eher für unwahrscheinlich, zur Sicherheit empfiehlt sich jedoch, die Meinung eines Baumsachverständigen einzuholen.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Förster, GartenDatenbank.de Team

Kategorien: Nutzpflanzen Nutzholz Weichhölzer Harthölzer Heizmaterial-Lieferanten

07.02.2008 11:50 | geändert von Alex: 01.03.2009 13:39


Ein Beitrag aus diesem Thread wurde in einen neuen Thread verschoben:

Götterbaum Brennwert Heizwert (Ailanthus altissima)

05.03.2008 12:36 | geändert: 05.03.2008 12:36


Sehr geehrter Herr Forster,

leider habe ich erst heute wieder Zeit gefunden, auf hiesige Website zu schauen.

Ich möchte mich ausdrücklich für Ihre sehr kompetente, ausführliche und so sachkundige Antwort bedanken!!!

Sie haben mir mit Ihrem Fachwissen außerordentlich geholfen. Ich habe ja schon 2 Eschen im Garten, wachsen wirklich auch stark und lassen sich bestens verheizen.

So werde ich mir aufgrund Ihres Tipps Gedanken mit dieser Baumart machen, auch Ihren Tipp mit Obstbäumen finde ich sehr gut, passen diese doch wunderbar in einen Garten. lächel))

Warum nicht eine Art Streuobstrasen basteln?

Also noch einmal vielen Dank für Ihre so fachliche Rückantwort.!!!

Mit allerbesten Grüßen aus dem wieder verschneiten Allgäu,

Manfred Teske lächel

24.03.2008 01:29 | geändert: 24.03.2008 01:29


Google-Anzeige

Tipp, Erfahrungsbericht, Kommentar oder Rückfrage zu diesem Thema: [Schreiben]

Neue Fragen: Gartenforum und Pflanzenforum

Urheberrechtlich geschütztes Material

Wichtige Hinweise zum Verlinken und Zitieren


Direktlinks zu dieser Seite sind erlaubt und freuen uns sehr.
Verwenden Sie einfach die folgende Adresse:
http://www.gartendatenbank.de/forum/brennholz-aus-garten-holzplantage-baeume-f-nutzholz-wald-t-388-1

Bitte beachten: Alle Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt
und dürfen ohne schriftliche Erlaubnis für jedes einzelne Bild und jeden Text-Absatz insbesondere in einem E-Book, fremden Forum, Blog und sonstiger fremder Webseite sowie soziale Netzwerke NICHT KOPIERT oder integriert werden. Zitate sind i.d.R. allenfalls für einen kurzen, einzelnen Satz und nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, siehe auch Zitatrecht».

Die Inhalte von GartenDatenbank.de werden unter hohem Aufwand bereitgestellt. Wer gegen die Gesetze zum Urheberschutz verstößt, macht sich nicht nur schadenersatzpflichtig, sondern begeht außerdem eine Straftat. Bitte fragen Sie daher vor der Benutzung von fremden Bildern (auch kleinen Vorschaubildern) an und formulieren Sie Texte in eigene Worte um. Siehe auch Nutzungsbedingungen.
Alle Beiträge nach bestem Wissen unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung.