Hecke pflanzen Anleitung + Bilder (10 Regeln), Tipps - FAQ
Hecke pflanzen Anleitung + Bilder (10 Regeln), Tipps für schnelles Wachstum zum Sichtschutz - Heckenpflanzen FAQ
Ergänzung zu: Heckenpflanzen | Hecke schneiden | Pflanzenpflege | Gartenarbeit | Garten-FAQ
Hecken sollte man sorgfältig pflanzen, um die Dauer bis zum ausreichenden Sichtschutz zu verkürzen. Hier gibt es Antworten auf häufige Fragen und eine ausführliche Anleitung in 10 Regeln mit Tipps aus der Praxis, was es dabei sonst noch zu beachten gibt. Selbst bei optimalen Verhältnissen dauert es jedoch mindestens 3-4 Jahre zum Sichtschutz.
- Erstversorgung frisch gelieferter Heckenpflanzen
- Lagern
- Boden vorbereiten - Pflanzloch, Pflanzabstand, Grenzabstand
- Wurzeln behandeln
- Pflanzen, Pflanztiefe
- Pflanz-Erde vorbereiten, festtreten
- Angießen, Einschlämmen
- Erdoberfläche lockern & mulchen
- Schneiden, Pflanzschnitt
- Grenzabstand (Nachbarschaftsrecht)
Weitere Tipps | Die 10 wichtigsten Heckenpflanzen | Häufige Fragen & Antworten (FAQ)
Wann pflanzen? Beste Pflanzzeit ist Spätsommer und Frühherbst (August bis September), wenn die Hitze vorbei ist und es öfter regnet. Dann haben die Pflanzen vor dem Winter genug Zeit Wurzeln zu bilden und anzuwachsen, und man braucht nicht dauernd zu gießen. Auch der Frühling kurz vor/bei Austriebsbeginn eignet sich meist gut, häufig muss man dann aber zusätzlich wässern, weil es plötzlich schon über längere Zeit zu warm und trocken wird. Jede andere Pflanzzeit ist im Prinzip auch möglich, allerdings ist der Aufwand höher. Siehe auch Beste Pflanzzeit Sträucher Stauden Zwiebeln Frühjahr-Herbst?.
12.02.2009 13:43 | geändert von Gabi: 08.12.2010 18:41

Hecke pflanzen - Erstversorgung Topfpflanzen:
In einen Eimer mit Wasser tauchen, bis keine Luftblasen
mehr aufsteigen. | Bild: 2002-05-23
> 1. Erstversorgung frisch gelieferter Heckenpflanzen
Wurzelnackte Heckenpflanzen für mindestens 2 Stunden - besser über Nacht (bis zu 24 Stunden) - in Wasser stellen.
Ballenware und Containerware (Pflanzen in Töpfen) in einem Eimer unter Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen.
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:11
> 2. Lagern
Wenn man nicht sofort pflanzen kann, zur richtigen Lagerung in Erde einschlagen: Alle Heckenpflanzen zusammen dicht an dicht in ein Pflanzloch stellen, Erde auffüllen und angießen.
Dazu Gießrand formen und vorher die Düsentülle der Gießkanne entfernen, denn die Wurzeln müssen vollständig eingeschlemmt und Hohlräume mit Luftlöchern beseitigt werden, genau wie später bei der Pflanzung.
Ist durch Frost der Boden gefroren, stellt man sie in große Eimer, die man mit Blumenerde auffüllt, frostfrei in einem ungeheizten Raum (Laubabwerfende auch dunkel, Immergrüne & Koniferen hell) und gießt sie ebenfalls an. Die Eimer müssen ein Wasserabzugsloch haben, es darf keinesfalls zu Staunässe kommen! Danach nicht mehr gießen, nur nicht völlig austrocknen lassen.
12.02.2009 13:43 | geändert: 12.02.2009 13:43

Pflanzloch Größe: Am besten mindestens
doppelt so breit und tief wie der Wurzelbereich.
Bild: 2002-05-23
> 3. Boden vorbereiten - Pflanzloch, Pflanzabstand, Grenzabstand
Wichtiger Praxis-Tipp: Wann immer möglich, sollte man sich unbedingt auch freiwillig einen Grenzabstand↓ von *mindestens* 1,50 m gönnen, nicht nur, weil man die Hecke dann von beiden Seiten besonders bequem schneiden kann (wichtig für dauerhaften Sichtschutz!) , sondern vor allem, weil man auf diesem Streifen sämtliches Reisig und Unkraut hinwerfen kann und sich dann endlich nie wieder den Kopf darüber zerbrechen muss, wohin mit all den Gartenabfällen, wenn der Komposthaufen voll ist (und das ist er erfahrungsgemäß immer).
Pflanzbeet anlegen: Am besten sticht man sich mit dem Kantenstecher ein 60 cm - 1 m breites Beet ab und entfernt den Krautbewuchs mit einer Profihacke. Um Rückenschmerzen zu vermeiden, sollte man das Beet nicht umgraben, sondern stattdessen eine Gartenkralle verwenden, um den Boden zu lockern.
Dann die Pflanzlöcher ausheben: Am besten mindestens doppelt so breit und tief wie der Wurzelbereich der Pflanzen. Den Boden mit der Grabgabel oder ebenfalls mit der Gartenkralle lockern.
Der Pflanzabstand ist für die jeweiligen Heckenpflanzen etwas verschieden, normalerweise für Sträucher etwa 30-40 cm, für Bäume (Heckenpflanzen, die freistehend ein großer Baum werden) ca. 80 cm - 1 m. So genau kommt es auf den Abstand nicht an, wichtiger ist später der richtige Schnitt. Im Zweifelsfall lieber einen größeren Abstand wählen.

Kantenstecher für Rasenkanten oder
zum Anlegen von Beeten, z.B. beim
Hecken Pflanzen. | Bild: 2008-03-10
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:13
> 4. Wurzeln behandeln
Heckenpflanzen im Topf direkt vor der Pflanzung nochmals so lange unter Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen.
Beschädigte Wurzeln mit sehr scharfer Gartenschere oder Messer bis ins gesunde Holz zurückschneiden.
Die übrigen Wurzeln etwas einkürzen, dabei jedoch möglichst viele der feinen Faserwurzeln erhalten (=Wichtigste Wurzeln zur Nährstoff- und Wasseraufnahme).

Ballenware, Containerware (Topfpflanzen): Wurzelballen,
kräftig durchwurzelter Topf, aber nicht zu stark.
Bild: 2002-05-23

Wurzeln vor dem Pflanzen einkürzen, die wichtigen
feinen Faserwurzeln (weiß) dabei jedoch erhalten.
Bild: 2002-05-23
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:14
> 5. Pflanzen, Pflanztiefe
Heckenpflanzen ins Pflanzloch stellen.
Pflanztiefe: Genau so tief, wie sie vorher in de Baumschule standen, bei wurzelnackten Pflanzen erkennbar an der Färbung am Wurzelhals.
Im Zweifelsfall lieber zu flach als zu tief pflanzen.
12.02.2009 13:43 | geändert: 12.02.2009 13:43
> 6. Pflanz-Erde vorbereiten, festtreten
Ausgehobene Erde mit Blumenerde oder Kompost mischen und in das Pflanzloch füllen.
Pflanzen rütteln, um Hohlräume zwischen den Wurzeln zu entfernen.
Erde festtreten, aber mit Gefühl(!), um die zarten Wurzeln nicht zu verletzen.
Rings um den Wurzelbereich einen Gießrand formen, damit das Wasser nicht zu den Seiten weglaufen kann.
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:15
> 7. Angießen, einschlämmen
Wurzelbereich kräftig angießen, auch wenn es regnet.
Dazu die Tülle von der Gießkanne entfernen, denn die Wurzeln müssen nicht nur feucht werden, sondern man muss sie einschlämmen, um alle Hohlräume zwischen ihnen zu entfernen. Die Wurzeln müssen vollständig Kontakt mit der Erde haben, da die Faserwurzeln in etwaigen Luftlöchern vertrocknen.
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:15
> 8. Erdoberfläche lockern & mulchen
Sobald das Wasser vollständig eingesickert ist, die oberste Erdschicht mit einem Kultivator (3 Krallen) auflockern, anschließend 5(-10) cm hoch mit Rindenmulch, Holzhäcksel oder anderen kleingeschnittenen Pflanzenresten mulchen. Rasenschnitt ggf. vorher in der Sonne trocknen lassen.
Gemulchte Hecken wachsen deutlich schneller an und fühlen sich sichtbar wohler, da der Boden gleichmäßig warm und feucht bleibt, und Kleinlebewesen für ein lockeres Substrat und Humus (Organische Stoffe im Boden, die sich langsam zersetzen) sorgen.
Obendrein kommt kein Unkraut auf.
Wichtig: Die ersten ca. 3 Jahre dürfen Heckenpflanzen nicht austrocknen, insbesondere keine Koniferen.
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 28.02.2009 08:16
> 9. Schneiden - Pflanzschnitt
> 9.1. Laubabwerfende Hecke
Nur im Frühling: Je nachdem wie viele Wurzeln man zurückschneiden musste, auch die oberirdischen Teile der Heckenpflanzen auf bis zu 2/3 zurückschneiden. ("Drunter und drüber im Gleichgewicht".)
Bei der Herbstpflanzung nimmt man den Pflanzschnitt erst im folgenden Frühjahr vor.
Wer auf den Pflanzschnitt verzichten will, weil er denkt, die Heckenpflanzen sind dann schneller groß, wird überrascht sein:
Ungeschnittene Pflanzen geraten ins Stocken (Schock durch die Umpflanzung, gekappte Wurzeln können die große Pflanze nicht ausreichend versorgen, weil ja insbesondere die wichtigsten Faserwurzeln am Rand gekappt wurden), geschnittene Pflanzen treiben dagegen kräftig aus:
Je stärker der Schnitt, desto stärker der Neutrieb.
Deshalb kann man vergreiste alte Hecken auch zur Verjüngung meist sogar radikal handhoch über dem Boden zurückschneiden ("auf den Stock setzen"), jedenfalls sofern es sich um Laubgehölze handelt.
> 9.2. Immergrüne Hecke: Immergrüne Laubgehölze und Nadelgehölze (Koniferen)
Immergrüne Hecken wie eine junge Eibenhecke, Thujahecke, Kirschlorbeerhecke oder Buchshecke, sollte man nach dem Pflanzen geraume Zeit erst einmal gar nicht zurückschneiden.
Nur die herausragenden langen Triebe auf die Länge der übrigen einkürzen, und zwar dabei auch nur die Seitentriebe, nicht den Haupttrieb (oben).
Der regelmäßige Rückschnitt (Formschnitt) für den dauerhaften Sichtschutz beginnt erst, wenn die Hecke die endgültige Höhe und Breite überschreitet.
Von diesem Zeitpunkt an wird sie normalerweise am bestem im Frühling (sobald man merkt, dass sie austreiben will) um ein Drittel zurückgeschnitten, also von jeder Seite ein Sechstel.
Bei einer normalen etwa 60cm breiten Sichtschutzhecke sind das auf jeder Seite ca. 10cm (~handbreit).
9.2.1. Koniferenhecke
Für Nadelgehölze (Koniferen) gelten folgende Besonderheiten:
Koniferen haben keine "schlafenden Augen" (unsichtbare Knospen im alten Holz), aus denen sie wieder austreiben können. Ausnahme Eibe (Taxus). Deshalb darf man nicht in altes Holz zurückschneiden, und sie werden nicht nackt, sondern mit Ballen verpflanzt.
Ein ggf. vorhandenes Ballentuch beim Pflanzen nicht entfernen, sondern nur oben aufknoten bzw. aufschneiden. Es zersetzt sich mit der Zeit.
Buchs, Kirschlorbeer, Feuerdorn und ähnliche Heckenpflanzen sind keine Koniferen, sondern immergrüne Laubgehölze und vertragen daher auch radikalen Schnitt ins alte Holz.
12.02.2009 13:43 | geändert von Alex: 29.03.2009 15:39
> 10. Grenzabstand (Nachbarschaftsrecht)
Für den Abstand des Beetes für Hecke von der Grundstücksgrenze (Grenzabstand Baum Hecke) gibt es in manchen Bundesländern Vorschriften, die man im Nachbarschaftsrecht nachschlagen kann. Die genauen Angaben für alle Bundesländer und die jeweils aktuellen Abstände findet man über Google z.B. mit den Suchbegriffen "Grenzabstände Bäume Nachbarrechtsgesetz Niedersachsen" oder ähnliches.
12.02.2009 13:43 | geändert: 12.02.2009 13:43

Hecke pflanzen statt Zaun:
Bis zum Anwachsen Grundstück mit Pfählen und
Zaundraht abgrenzen. | Bild: 2008-05-01
> Sonstige Tipps
Wenn man eine Hecken nicht an einen Zaun, sondern statt eines Zaunes pflanzen will, kann man das Grundstück bis zum Zusammenwachsen und Hochwachsen der Heckenpflanzen provisorisch mit Pfählen und Zaundraht abgrenzen.
Weitere Informationen und Maßnahmen zum schnellstmöglichen Anwachsen der Hecke und zum richtigen Schnitt siehe auch unsere Spezialseiten zur richtigen Pflege:
- Hecke düngen + optimale Bodenpflege für schnelles Wachstum
- Hecke schneiden
- Kann man Rosen, Heckenpflanzen und andere Sträucher mit Grasschnitt mulchen? Erfahrungen
Häufige Fragen & Antworten (FAQ)
12.02.2009 13:43 | geändert: 28.04.2011 16:45
29.04.2009 13:06 | geändert: 29.04.2009 13:06
Cupressocyparis leylandii Winterhärte
16.07.2009 15:06 | geändert: 16.07.2009 15:06
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