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Mallorca Wandern im März, Wanderreise - Reisebericht +Bilder

Mallorca Wandern im März, Wanderreise - Reisebericht + Bilder von Nicole Haupt.

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Wander – Reisebericht Mallorca

Den GR 221 durch die Tramuntana von Hütte zu Hütte und von Kloster zu Kloster

Start: Mittwoch, 2. März 11.25 Uhr von Berlin Schönefeld
Ende: Mittwoch, 9. März 17.35 Uhr in Berlin Schönefeld

Zur Reiseplanung: Ich legte zunächst die Reisezeit fest: Anfang März – um dem Winter in Berlin zu entfliehen und schon erste Frühlingsanzeichen in Mallorca mitzubekommen, 1 Woche – nicht länger, da ich ja alleine unterwegs war und nicht kürzer, um die Tramuntanadurchquerung zu schaffen.
Als nächstes fand ich Informationen über den GR 221 und die etappenmäßig günstige Verteilung der Wanderhütten (Refugi).
Nun buchte ich – ca. 4 Wochen vor Reisebeginn die Hütten, wobei Son Amer am Wochenende schon ausgebucht war. So plante ich um und entschied mich für einen 3-tägigen Zwischenstopp im Kloster Lluc, da dies der Ausgangspunkt für diverse Wanderungen ist. Für die letzte Übernachtung in Pollença hatte ich von einer Freundin den Tip, in der Ermita del puig de Maria und nicht in der Refugi Pont Roma zu übernachten. So machte ich es dann auch.

26.03.2011 07:03 | geändert von Gabi: 31.03.2011 13:04


1. Tag: Von Sóller nach Deià (Refugi Can Boi)

Da ich in Palma auf der zentralen Bus- und Bahnstation Plaça d’Espanya zeitlich genau ankomme, um mit dem Roten Blitz von Palma nach Soller zu fahren, entscheide ich mich spontan für diese Variante. Der Rote Blitz - so wird liebevoll die Eisenbahn genannt, die noch heute die 1912 gebaute Strecke von Palma de Mallorca nach Sóller befährt.



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In Soller habe ich das Glück bei der Info eine so gute Wegbeschreibung zu bekommen, dass ich auf Anhieb den Einstieg in den Camí de Castelló nach Deià (Teil des GR 221) finde. Der Weg ist gut ausgeschildert, aber ich hatte das Gehen auf mallorquinischen Wegen unterschätzt. Viele Treppen, überwiegend auf Pflastersteinen, sodass ich sehr langsam vorankomme.

Nach 4 Stunden Gehzeit gelange ich so endlich in Deià an. Es ist bereits relativ dunkel, sodass ich den restlichen Weg an der Straße entlanglaufe. In Deià treffe ich im Refugi de Can Boi drei deutsche Frauen, die zusammen unterwegs sind und mit denen ich 2 Tage lang nette Unterhaltungen habe und schöne gemeinsame Abende verbringe.

(Die Route Soller – Deià als Start ist nicht besonders sinnvoll, da man dann am nächsten Tag eine ähnliche Route nehmen muss. Bei mir ergab es sich durch eine Panne. Wenn man allerdings den Roten Blitz benutzen möchte, ist diese Lösung sehr gut.)

26.03.2011 07:05 | geändert: 31.03.2011 15:22


2. Tag: Von Deià nach Port de Sóller (Refugi Muleta)


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Nach einer kurzen Besichtigung des schönen kleinen Künstlerorts Deià wandere ich wieder an Can Boi vorbei zur Cala de Deià – mit der festen Absicht, dort baden zu gehen. Dort tost aber eine so heftige Brandung in der Felsenbucht, dass es unmöglich ist, ins Wasser zu gelangen.

Dann geht es an der Küste auf unmarkierten, aber (meist) gut zu findendem Weg nach Llucalcari.

Unterwegs treffe ich immer wieder Regina, Stefanie und Julia, schließlich bleiben wir ein Stück zusammen, picknicken noch gemeinsam, entscheiden uns dann aber für unterschiedliche Wegvarianten. Der von mir gesuchte Weg Richtung Es Dol endet direkt im Meer. Beim Zurückgehen entdecke ich aber eine Stelle, an der man mit kleinen Ein- und Ausstiegshilfen ein ausgetrocknetes Flussbett überqueren kann. Von dort geht es auf einer total ruhigen Straße weiter bis zum GR 221.

Bei meinem nächsten Picknick mit Blick auf Berge und Meer leistet mir eine Katze Gesellschaft und stellt sich als Fotomodell zur Verfügung.

Weiter geht es auf dem GR 221, der kurz vor Muleta erstaunlich voll wird (im Vergleich zu vorigen und nachfolgenden Abschnitten, auf denen mir meist niemand begegnet ist).

Nachdem ich in Muleta Quartier bezogen habe (diesmal wirklich Mehrbettlager), gehe ich noch nach Port de Soller, um die Wegezeit zu messen und die Bushaltestelle nach Biniaraix zu suchen, die ich am nächsten Morgen für die Tour benötige. Sie befindet sich am Kreisverkehr etwas außerhalb des Ortes und ist nur durch ein kleines Fahrplanzettelchen zu erkennen.

26.03.2011 07:07 | geändert: 31.03.2011 15:34


3. Tag: Von Biniaraix nach Tossals Verds


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Da die „offizielle“ Strecke nach Tossals Verds mit 5 Stiefeln und 8 h Gehzeit ausgewiesen ist, starte ich nicht in Muleta, sondern in Biniaraix, wo ich sehr bequem als einziger Fahrgast um 8.40 Uhr von Port de Soller mit dem Linienbus hinkomme.
Entlang der Schlucht Es Barranc ist es wunderschön!

Schließlich geht es aber immer weiter, wird immer alpiner (immer noch sehr schön), aber viel mehr Anstieg als ich gedacht hatte. Zwischendurch muss ich doch ab und zu mal wieder stehenbleiben und durchatmen. Einmal überholen mich 2 schnelle Spanier, sonst bin ich mutterseelenallein auf der gesamten Strecke. Aber der Anstieg auf den Coll de l’Ofre hat sich gelohnt!

Erst kurz vor dem Cuber-Stausee wird es belebter, hier trifft man immer wieder Wanderer, sogar Gruppen! Schließlich geht es am Cuber-Stausee mit Blick auf den Puig Major vorbei und bald kommt die GR 221-Ausschilderung nach Tossals Verds (von hier noch 2,5 h). Anfangs ist es ziemlich öde am Canal des Embassaments, bei dem es sich nicht um einen Kanal in unserem Sinne handelt, sondern um ein betoniertes Wassertransportbecken, in dem das Wasser vom Gorg Blau zum Cuber-Stausee hochgepumpt und geleitet wird.

Doch später wird es landschaftlich wieder schöner und Refugi de Tossals Verds liegt total schön.

Hier gelingt mir erstmalig ein ca. halbstündiges Sonnenbad mit Leseeinlage (nachdem ich vorher noch mit Winterhandschuhen lief).

Am späten Nachmittag tauchen Christine und Sandra aus Freiburg und Saarbrücken mit dem Gruß der 3 Damen aus Can Boi und Muleta auf und wir verbringen einen unterhaltsamen Abend, wieder bei sehr leckerem Essen.

26.03.2011 07:08 | geändert von Gabi: 05.04.2011 06:35


4. Tag von Tossals Verds nach Lluc


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Zuerst der schon bekannte Weg – diesmal zunächst bei Sonne. Insgesamt recht abwechslungsreich, teils auch anstrengend, anfangs hauptsächlich bergauf, später vorwiegend bergab. Das Wetter wird leider schlechter, oben gibt es auch noch Schnee.

In Lluc angekommen, bin ich froh, den Rucksack absetzen zu können, er drückt doch mit seinem Gewicht ganz schön auf die Schultern. Abends Essen im Font Coberta. Obwohl Samstag ist, bin ich der einzige Gast. Der Kellner bemüht sich sehr um mich, auch ist die Paella Vegetaria, die ich esse, o.k., doch kommt nicht gerade besondere Stimmung im kalten und leeren Restaurant auf. Aber zurück in meinem Klosterzimmer ist inzwischen die Heizung angesprungen und es ist mollig warm. Durchs Fenster kann ich noch den wunderschönen Sternenhimmel genießen.

26.03.2011 07:10 | geändert von Gabi: 05.04.2011 06:38


5. Tag: Lluc – Lluc (über Puig Roig)

Welch ein Glück – die Wanderung um den Puig Roig herum ist nur sonntags möglich und heute ist Sonntag! Und das Wetter ist perfekt!
Erst Richtung Camell, dann bis zur Straße (bis zur Markierung 15,4 km – alles perfekt beschrieben im Rother-Reiseführer).
Die Wanderung geht meist entlang des Bergmassivs, anfangs etwas steiler Blick nach unten, aber man gewöhnt sich. Sehr bald schon sieht man das Meer – und das bleibt über Stunden so.



Bei diesem Wetter einfach toll. Doch schließlich bekomme ich doch das Gefühl, schon ewig hier zu wandeln und der Sonnenstand deutet auch auf Nachmittag hin. Schließlich lege ich einen Zahn zu – soweit das bei den zugewachsenen, steinigen Pfaden möglich ist – und freue mich, als endlich das Gebäude des Quarter dels Carabiners (ehemalige Polizeikaserne) auftaucht und ich bei den Höhlenwohnungen Es Cosconar auf die Straße stoße, die schließlich bis Lluc führt.



Der Straße entlang geht es ins Tal: ganz gemütlich, aber ca. 1 Stunde lang. Schließlich zeichnet sich Kloster LLuc ab und der Weg schlängelt sich in Serpentinen nach oben. Inzwischen ist es 16.30 Uhr und beginnt etwas kühler zu werden. Und ich bin groggy!
In der Cafeteria komme ich bei Café con Leche und köstlichen Mandel-Schokokuchen zu Kräften. Ein heißes Bad in der Sitzbadewanne entspannt die Muskeln und wärmt den Körper. Der spätere Gang zum Restaurant Ca s’Amitger reizt mich nicht so sehr, aber etwas besseres fällt mir auch nicht ein. Das (Mini-) Omelette und der Salat und erst recht die Oliven + Brot sind mehr als mäßig!

26.03.2011 07:12 | geändert: 26.03.2011 07:12


6. Tag: Cami Vell de Lluc GR 222 von Lluc nach Caimari und zurück


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Morgens Frühstück wie gehabt, d.h., eine Art Schokocroissant und ein Café con Leche.

Dann dem gut ausgeschilderten Weg folgend. Er ist gut zu laufen, etwas langweilig, zumal ich auf dem Hinweg n i e m a n d e n treffe.
Nach wenigen Minuten komme ich an Refugi Son Amer vorbei, die, als ich buchen wollte, leider schon voll war.

In Caimari ist Markt, auf dem ich nur Deutsche treffe, die scheinen da zu wohnen. Hier kaufe ich Obst und Gemüse und lege gleich mal eine Picknickpause ein.
Bei der 2. Picknickpause auf dem Rückweg habe ich einen beeindruckenden Blick auf die Bergwelt.

In Lluc noch Besichtigung des Botanischen Gartens.
Abendessen heute im Bett mit Rotwein, Käse, Oliven und Olivenpaste. Sehr lecker und viel gemütlicher als die leeren Restaurants der letzten beiden Tage.

26.03.2011 07:15 | geändert von Gabi: 04.04.2011 15:41


7. Tag: Von Lluc nach Pollença


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Nachts im Klosterbett tost ein Wind übers Klosterdach. Dazu Regen??? Ein nächtlicher Blick auf den Himmel zeigt Sterne, dann wohl kein Regen. Morgens weiter stark windig und alles endlos grau. Aber wenigstens regnet es nicht und ich wandere um 8 Uhr mit meinem Schokocroissant los.

Es bleibt – solange ich durch die Berge wandere – grau und bedeckt, aber nieselt nur in größeren Höhen mal ein bisschen – gut so, ich habe gar keinen Regenüberzug für meinen Rucksack! Die Wanderung ist nett, aber auch nicht sooo spannend. Bei besserer Sicht wären Tomir und auch die anderen Berge der Tramuntana zu sehen gewesen. Bei Binifalda (Naturschutzzentrum) gelingt mir ein Blick drauf. Beim Anwandern auf Pollença wird es immer sonniger, fast schon freundlich.

Nach einem Blick auf den Pont Roma durchwandere ich die Stadt bis ich schließlich auf dem sonnenbeschienenen Placa dels Seglars neben dem Kalvarienberg komme, wo ich leckerst esse +Wein + café trinke, noch dazu gemütlich und schön in der Sonne sitze und von dem freundlichen Kellner sämtliche Fragen zu meinem weiteren Weg beantwortet bekomme.

Dann geht’s zum Puig Maria hoch zur Ermita mare de Deu. Auf der Suche nach dem richtigen Weg treffe ich zwei Deutsche, die in Pagueira über Studiosus einquartiert sind und mich während des Aufstiegs unterhalten.

Oben angekommen, muss ich noch kurz warten, da bis 16.30 Uhr Mittagsruhe ist. Gegen 17 Uhr beziehe ich mein eiskaltes Zimmer, in dem ich – zu meinem ökologischen Bedauern – dauerheize mit einem alten, elektrischen Mini- Heizkörper, der nicht viel bringt.
Schließlich liege ich mit Armlingen, Jacke + Leggings + Socken unter 2 Decken im Schlafsack und lese bis zum Abendessen.
Ob ich in der Nacht wohl erfriere?

Jedenfalls werde ich gleich zahlen, damit ich ggf. schon sehr früh aufbrechen kann.
Zum Abendessen bestelle ich Omelett und bekomme ein kleines Omelettchen mit Salat. Danach gehe ich wieder in die Kühlkammer.

26.03.2011 07:17 | geändert von Gabi: 05.04.2011 06:41


8. Tag: Von Pollença nach Palma

Der Bus von Pollença fährt mehrmals am Tag, sodass ich ziemlich stressfrei meinen Berg hinunterwandern, in Pollença „frühstücken“ kann und dann um 9.15 Uhr nach Palma fahren. Dort habe ich bis zum Abflug noch locker 3 Stunden Zeit, die ich zum Rumschlendern, Café trinken und für Sightseeing nutze.

26.03.2011 07:18 | geändert von Gabi: 31.03.2011 13:06


So ein schöner Bericht, es ist fast, als sei man mitgewandert.
Auch die Fotos sind sehr ansprechend. Im Februar/März habe ich schon einige Touren dort selbst unternommen und bin immer wieder begeistert über die Schönheit der Natur dieser Insel.
Reisefieber.

Liebe Grüße
Sabine

08.04.2011 06:05 | geändert: 08.04.2011 06:05


... 1 Jahr und 6 Monate später ...

Macht Lust aufs Mallorca-Wandern

Echt guter Wanderbericht. Bekomme richtig Lust, meine Wandertour auf Mallorca zu planen. Danke dafür.
Alwin

20.10.2012 18:09 | geändert: 20.10.2012 18:09


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