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No-Go-Areas in Berlin (für normale Bürger) Erfahrungen

1 Gabriele Jesdinsky

No-Go-Areas in Berlin (für normale Bürger) - Erfahrungsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Effektivität der Polizei

"No-Go-Areas" gibt es in Berlin in zunehmendem Maße auch für die Allgemeinheit.

Bislang waren es in unserer Familie "nur" Jugendliche, die in Berlin Opfer eines Überfalls wurden, teils nachts, teils am hellichten Tage, davon einmal so heftig, dass der junge Mann bewusstlos geschlagen wurde und ins Krankenhaus transportiert werden musste.

Nun hat es bei uns erstmalig auch einen älteren Erwachsenen getroffen, der um etwa 21.45 Uhr in einer U-Bahn Station von mehreren Tätern unter Körperverletzung unvermittelt zu Boden gestoßen und ausgeraubt wurde.

Die Täter konnten flüchten, jedoch bestand zunächst immerhin Anlass zur Hoffnung auf ihre Ergreifung, da der Vorfall von Überwachungs-Kameras aufgezeichnet und unmittelbar im Anschluss an die Tat zur Anzeige gebracht wurde.

Da solche Aufzeichnungen bekanntlich nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden, wurden Mitglieder meiner Familie innerhalb dieser Frist zusätzlich direkt bei der BVG vorstellig und drangen darauf, die Löschung der Filme wegen des Überfalls auszusetzen. Die Sachbearbeiterin weigerte sich jedoch tätig zu werden und versicherte ausdrücklich, dass die Polizei all dies schon automatisch veranlassen würde.

Überraschenderweise wurde uns jedoch später mitgeteilt, dass die Video-Bänder inzwischen gelöscht wurden, weil die Polizei sie nicht rechtzeitig zur Beweissicherung anforderte.

Dem Durchschnittsbürger bleibt derzeit anscheinend nichts anderes als die fatale Hoffnung, dass bald auch einmal ein Mitglied der Familie eines der zuständigen Richter in diese Lage gerät, damit sich an solchen Zuständen hierzulande wieder etwas ändert.

Nicht erst jetzt bedauere ich persönlich BTW *sehr stark*, dass in unserer Lidl-Filiale die Kameras abmontiert wurden (falls sie nicht hoffentlich ohnehin nur durch unsichtbare Minikameras ersetzt wurden).

Auch beim Ladendiebstahl und ähnlichem besteht für mich kein Grund zur Verniedlichung, und in der Realität ist es weitaus weniger gefährlich oder lästig, sich im Alltag filmen zu lassen als sich wahrscheinlich bald nur noch in Begleitung bewegen zu können.

Nach unserer Erfahrung empfiehlt es sich also zurzeit in Berlin dringend, zumindest ggf. zum Beispiel innerhalb von 24 Stunden mit Hilfe eines Rechtsanwaltes für die Sicherstellung vorhandener Filme selbst zu sorgen.

02.08.2008 05:46 | geändert: 02.08.2008 05:48


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