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No-Go-Areas in Berlin (für normale Bürger) Erfahrungen

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No-Go-Areas in Berlin (für normale Bürger) - Erfahrungsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Effektivität der Polizei

"No-Go-Areas" gibt es in Berlin in zunehmendem Maße auch für die Allgemeinheit.

Bislang waren es in unserer Familie "nur" Jugendliche, die in Berlin Opfer eines Überfalls wurden, teils nachts, teils am hellichten Tage, davon einmal so heftig, dass der junge Mann bewusstlos geschlagen wurde und ins Krankenhaus transportiert werden musste.

Nun hat es bei uns erstmalig auch einen älteren Erwachsenen getroffen, der um etwa 21.45 Uhr in einer U-Bahn Station von mehreren Tätern unter Körperverletzung unvermittelt zu Boden gestoßen und ausgeraubt wurde.

Die Täter konnten flüchten, jedoch bestand zunächst immerhin Anlass zur Hoffnung auf ihre Ergreifung, da der Vorfall von Überwachungs-Kameras aufgezeichnet und unmittelbar im Anschluss an die Tat zur Anzeige gebracht wurde.

Da solche Aufzeichnungen bekanntlich nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden, wurden Mitglieder meiner Familie innerhalb dieser Frist zusätzlich direkt bei der BVG vorstellig und drangen darauf, die Löschung der Filme wegen des Überfalls auszusetzen. Die Sachbearbeiterin weigerte sich jedoch tätig zu werden und versicherte ausdrücklich, dass die Polizei all dies schon automatisch veranlassen würde.

Überraschenderweise wurde uns jedoch später mitgeteilt, dass die Video-Bänder inzwischen gelöscht wurden, weil die Polizei sie nicht rechtzeitig zur Beweissicherung anforderte.

Dem Durchschnittsbürger bleibt derzeit anscheinend nichts anderes als die fatale Hoffnung, dass bald auch einmal ein Mitglied der Familie eines der zuständigen Richter in diese Lage gerät, damit sich an solchen Zuständen hierzulande wieder etwas ändert.

Nicht erst jetzt bedauere ich persönlich BTW *sehr stark*, dass in unserer Lidl-Filiale die Kameras abmontiert wurden (falls sie nicht hoffentlich ohnehin nur durch unsichtbare Minikameras ersetzt wurden).

Auch beim Ladendiebstahl und ähnlichem besteht für mich kein Grund zur Verniedlichung, und in der Realität ist es weitaus weniger gefährlich oder lästig, sich im Alltag filmen zu lassen als sich wahrscheinlich bald nur noch in Begleitung bewegen zu können.

Nach unserer Erfahrung empfiehlt es sich also zurzeit in Berlin dringend, zumindest ggf. zum Beispiel innerhalb von 24 Stunden mit Hilfe eines Rechtsanwaltes für die Sicherstellung vorhandener Filme selbst zu sorgen.

02.08.2008 05:46 | geändert: 02.08.2008 05:48


Das Ende der Geduld, Kirsten Heisig: Problem-Lösungen!

Dass es angesichts der seit Jahren ganz offensichtlich zunehmenden Verwahrlosung und Gewalt nicht nur Mitarbeiter in den zuständigen Behörden gibt, die resigniert irgendwie ihre Arbeit vor sich hin erledigen, sondern durchaus auch außerordentlich kluge und engagierte Verantwortliche, die ernsthaft versuchen, die Probleme in ihren Ursachen lösen, zeigt das hervorragende Buch einer Berliner Jugendrichterin mit zahlreichen, sehr interessanten Informationen direkt aus der Praxis:

Heisig, Kirsten Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter. Verlag Herder, Freiburg 23.Juli 2010. ISBN 3451302047 *

Es wird unter anderem verständlich dargelegt, warum beschönigende Statistiken nicht die Realität beschreiben und dass beispielsweise einige unserer Nachbarländer wie die Niederlande, Norwegen, England und Schottland, ebenfalls demokratische Rechtsstaaten, insbesondere durch eine vernünftigere Handhabung des Datenschutzes als es in Deutschland zurzeit der Fall ist, in der Lösung der Probleme bereits weitergekommen sind.

Die im Buch ausführlich aufgezeigten Wege zur Problemlösung sind aus meiner Sicht so plausibel, dass sie hoffentlich so schnell wie möglich weiter umgesetzt werden, auch ohne die aufgrund ihres überaus traurigen Todes nun leider sehr fehlende vorbildliche Jugendrichterin Kirsten Heisig.

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19.08.2010 11:28 | geändert: 29.11.2010 18:49


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