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Radtour Toskana: Radreise in die Toskana Reisebericht+Bilder

Radtour Toskana: Radreise in die Toskana vom 1. April - 8. April 2010. Reisebericht und Bilder von Nicole Haupt.

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Radreise in die Toskana vom 1. April – 8. April 2010

Mit Rad und Zelt durch die Toskana


Camping Europa in Viareggio
Bild Datum: 2010-04-00 | Foto ID: 2010053101

30.05.2010 19:51 | geändert von Gabi: 18.06.2010 19:20


1. April 2010: Anreise mit IC von Berlin nach Hannover, weiter von Hannover nach München. Von München dann mit City Night Line bis Chiusi.


Bahnhof in Chiusi Scalo


2. April 2010: 7.30 Uhr Ankunft in Chiusi Scalo.

Wie immer ist der Start besonders schwierig. Keine Hinweise auf meine Route!
Schließlich wähle ich den Anstieg Richtung Chiusi Centro – steil bergauf – was zum Glück richtig ist.

Dem Bikeline Radatlas folgend geht es dann 30 km nach Castiglione del Lago, stets bergauf, bergab.


Blick auf Chiusi


Sehr verkehrsarm über kleine, gut befahrbare Straßen durch schöne, unspektakuläre Landschaft.


Hinter Chiusi





Lago di Trasimeno


Nach ca. 20 km ist schon der Lago di Trasimeno zu sehen, bald auch die Burganlage von Castiglione.


Blick auf Castiglione


Von unten eine beeindruckende Anlage, von oben schöne Aussicht auf den See und die Hügel der Umgebung.

Innerhalb der Anlage nette kleine Lädchen. Der Touristenrummel hält sich in Grenzen.


Laden in Castiglione


Laden in Castiglione


Von Castiglione fahre ich rechts um den See – obwohl es links herum weitgehend Radwege gibt – hier nicht. Da jedoch der Campingplatz von Borghetto meine angepeiltes Ziel ist, wäre die andere Richtung zu kurz und würde auch Sehenswertes auf der anderen Seite des Sees auslassen. Der Verkehr auf der relativ großen Straße hält sich in Grenzen, später habe ich viel Dramatischeres erlebt. Hübsch unterwegs S. Feliciano, Monte del Lago und Possignano.


S. Feliciano


In S. Feliciano gibt es ein Fischereimuseum.
Possignano ist sehr belebt, hat eine hübsche Altstadt, einige Läden, Bars und Restaurants.
Kurz vor Possignano taucht plötzlich der Radweg auf, der dann abseits der Straße bis Castigliore del Lago führt (das wäre die Linksvariante gewesen). Der Weg ist gut gemeint,
für MTB-Fahrer problemlos, für mich mit Anstrengung, für Rennradfahrer gar nicht zu fahren, da er fast über die gesamte Strecke mit Kieselsteinen belegt ist. Dennoch entscheide ich mich für die autofreie Variante, bin aber in Punta Novaccia erfreut, als der Weg als Feldweg ohne die Steinerschwernis weiterführt.

Punta Novaccia ist berühmt durch ein modernes Kunstwerk, das "Campo del Sole" (Sonnenfeld), das direkt am Seeufer liegt.
Von Punta Novaccia fahre ich noch ca. 5 km am Seeufer entlang bis zum Camping in Borghetto. Im Abendlicht führt der Weg sehr schön durch Naturlandschaft. Hier bin ich ganz allein.


Anfahrt zum Campingplatz, Blick zum See


Campo del Sol



Der Campingplatz liegt direkt am See, die Plätze nur durch eine große Wiese vom Ufer entfernt. Es gibt einige Caravancamper, mit meinem Zelt bin ich die Einzige. Es ist auch noch sehr kalt nachts.

Anfahrt zum Campingplatz, Feldweg

Abends im campingeigenen Restaurant gibt es hausgemachte Lasagne, leider bin ich wieder der einzige Gast. Aber der Besitzer/Koch/Kellner ist gesprächig und berichtet mir von seinen diversen Lebensstationen. Da eine davon Deutschland war, können wir uns perfekt auf Deutsch verständigen.


Campingplatz in Borghetto



Morgenstimmmung am Lago di Trasimeno

30.05.2010 19:51 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:51


3. April 2010: von Borghetto nach Arezzo

Die morgendliche Kälte weicht zum Glück dank der Sonne schon bald etwas milderer Luft. Trotzdem starte ich nach Zeltabbau mit 2 Jacken und Handschuhen. Den Weg nach Tuore kenne ich teils ja schon durch die abendliche Anfahrt. Von Punto Navacca geht es stramm bergauf in das kleine Örtchen Tuore. Hier war Hannibal einst ziemlich aktiv und hat bedeutende Schlachten geführt, deshalb gibt es in der Umgebung auch immer wieder Schautafeln mit historischen Erläuterungen. Mein Frühstück auf dem Dorfplatz besteht aus Cappuccino und einer Art Croissant. In strahlender Sonne! Jetzt ist es höchste Zeit die Sonnencreme rauszusuchen.
Als nächstes Ziel hatte ich mir – dem Bikeline folgend – Cortona ausgesucht.
Etwas mehr Zeit brauche ich, um den Weg von Tuore aus zu finden. Die untenstehenden Schilder befinden sich tatsächlich an einer einzigen Kreuzung!




Anfahrt zum Campingplatz, Blick zum See


Schließlich finde ich mich auf einer relativ großen, aber nicht allzu verkehrsreichen Straße wieder, die sich gut fährt. Nach einigen Kilometern überquere ich die Grenze zur Toscana (bisher war ich die ganze Zeit in Umbrien). Wäre nicht das Schild gewesen, hätte ich es wohl auch nicht gemerkt.
Die Straße führt nur leicht hügelig Richtung Cortona. Erst ca. 4 km vor der Stadt beginnt ein rasanter Anstieg, von ca. 250 m auf ca. 500 m. Das Ganze braucht bei mir etwa 1 Stunde, aber oben angekommen, hat sich die Mühe gelohnt. Wunderschöne Aussichten nach allen Seiten, man hat die ganze Umgebung im Blick. Der Ort selbst ist sehr touristisch, mit dem Fahrrad durchzukommen – selbst schiebend – ist nicht ganz einfach.


Platz vor dem Rathaus in Cortona

Der Vorteil ist, dass es problemlos eine Pizza in die Hand gibt und endlich einen Buchladen, wo ich mir nun wenigstens eine Toscana-Autokarte (1:200.000) kaufen kann (die mir nachfolgend auch unersetzlich wird).
Nächstes Ziel ist Arezzo – internationales Zentrum der Goldschmiedekunst mit historischer Altstadt und jeder Menge Touristen.


Sentiero della Bonifica

Der Weg dorthin ist zunächst unspektakulär, ich folge dem Bikeline, bis ich mich verfahre und mithilfe meiner Autokarte kleinere, nettere Wege entdecke. Schließlich finde ich sogar einen "echten" Radweg – ziemlich einzigartig in Italien, dem ich bis kurz vor Arezzo folge.

Glücklicherweise kann ich mich hier vom Verkehrstrubel ein wenig erholen, denn am Ende des Weges steht mir ja noch die Ortseinfahrt nach Arezzo bevor.


Sentiero della Bonifica

Ca. 3 km auf heftig befahrener Straße durch Industrie- und Gewerbegebiet. Schließlich ist es geschafft! Ich erreiche einen großen Platz (den ich nachher noch etliche Male umfahren werde) und befinde mich kurz vor den Stadtmauern.
Heute muss ich mir ein Zimmer suchen, der einzige Campingplatz befindet sich außerhalb des Ortes, d.h., hinter dem Industriegebiet, das ich gerade bewältigt hatte. Ein erstes B&B lasse ich am Wege liegen, es befindet sich in einem Einkaufszentrum mit zwielichtigen Gestalten davor. Drei weitere B&B gibt es innerhalb der Stadtmauern, zwei davon öffnen gar nicht erst, im dritten wird mir eine Wohnung mit Etagenbetten zu 60 EUR, bei Einzelnutzung für 50 EUR angeboten. Als ich jedoch nachher wiederkomme, hat sich der Preis bereits auf 70 EUR für 1 Nacht erhöht.
Ich suche also weiter, was angesichts der Hektik und Fülle dieses Ortes nicht einfach ist. Schließlich lande ich nach mehreren erfolglosen Versuchen im Hotel Continental und übernachte dort für 78 EUR, und da ich mit Bike unterwegs bin, bekomme ich das Frühstück kostenlos dazu.

30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52


4.April 2010 Von Arezzo nach Terranuova

Mein erster Gedanke nach dem Aufwachen: Wie komme ich hier bloß wieder raus???
Also, so gehts: Auf eine der autobahnähnlichen Ausfallstraßen, dabei Augen zu und durch. Bis schließlich irgendein Hinweisschild auf einen Ort auftaucht, der auf der Karte eingezeichnet ist. Dies ist S. Leo.

Hier stoße ich noch einmal für eine sehr kurze Strecke auf den Sentiero della Bonifica und kann mich auch wieder am Bikeline orientieren, fahre Richtung Castiglion und fühle mich zunehmend genervt durch die vielen Autos. Da ich ja
jetzt eine Karte habe, will ich auch mal Alternativen ausprobieren. Die erste ist eine Umfahrung über Meliciano.


Burganlage Rondine

Doch nach einigen anstrengenden Sentiero della Bonifica Höhenmetern geht es sofort wieder auf die große Straße! Mein zweiter Versuch ist dramatischer: ich folge der
Ausschilderung Richtung Rondine (eine alte Burganlage, die gerade restauriert wird) und freue mich über die idyllische, autofreie Strecke.
Hinter Rondine soll der Weg weitergehen (lt. Karte), doch es handelt sich eher um einen Wald-/Feld-/Wiesenweg, der unterhalb der Burg irgendwo hinführt.
Da er ja in der Karte eingezeichnet ist, versteife ich mich darauf, ihn auch zu benutzen (was dann aber eher ein Schieben und Heben und nur selten ein Fahren wird). Immer wieder überlege ich umzukehren, aber mit jedem Meter wird ja der Rückweg länger! Also wage ich mich weiter vor und erreiche nach einer Weile eine Straße (diese ist zwar durch ein Tor versperrt, aber ich komme daran vorbei). Offensichtlich war ich in streng verbotenem Gelände, was daran so gefährlich war, kann ich nicht erkennen). Ich befinde mich nun auf der Straße zwischen Laterina und Castiglion und fahre zurück zur Bikeline-Strecke nach Castiglion. Bis S.Giuliano bleibe ich auf der großen Straße, wage dann aber erneut eine Alternative und suche mir kleinere Straßen Richtung Terranuova. Es rollt sich wunderbar, ist landschaftlich schön und fast autofrei! Leider fängt es still und heimlich an zu regnen, und zwar so, dass es unmerklich stärker wird, sodass ich nie wirklich an Anhalten und Regensachenanziehen denke. Bis ich völlig durchnässt bin und merke, wie kalt es auch geworden ist. Da lt. Bikeline hier eine Übernachtungsmöglichkeit sein soll, halte ich in Terranuova an und miete mich in einem Hotel ein (obwohl es erst 14 Uhr ist).


Seitenwechsel vor Terranuova

Nachdem ich heiß geduscht, meine Klamotten zum Trocknen ausgelegt (auch das Zelt, das vom 1.Tag noch feucht ist) und meine Schuhe trocken gefönt habe, lege ich mich ins Bett und lese meine komplette Reiselektüre aus. Abends wage ich mich noch mal in den Regen und fahre zur nahe gelegenen Pizzeria.

30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52


5.April 2010

Beim Aufwachen regnet es immer noch, zwar nur noch mäßig, aber genug um mich auf die Idee zu bringen, diese Gegend zu verlassen und die Route Richtung Meer zu verlagern. Dorthin wollte ich früher oder später sowieso und der Wetterbericht, den ich am Vorabend in der Pizzeria mitbekommen hatte, zeigte Sonne über der Küste an.
Ich fahre also nach S.Giovanni, der nächsten, ca. 3 km entfernten Bahnstation. Von dort habe ich Direktverbindung nach Florenz und von dort weiter. Da ich nicht einfach ans Meer möchte, sondern ja auch noch eine Tagesetappe zum Radeln brauche, lege ich während der Zugfahrt als Endstation Montecatini fest. Von dort soll der Weg über Lucca an die Küste führen. Ich schätze die Entfernung auf ca. 60 km, für einen halben Tag ist das ganz o.k.


Perrierwerbung in Montecatini

Montecatini ist ein ehemals pompöses Thermalbad der Jahrhundertwende und verfügt noch immer über einen gewissen Charme. Etliche Hotels, Geschäfte, Bars und Restaurants prägen das Bild der Stadt. Es gibt auch einen schönen Kurpark. Die Fahrt von Montecatini nach Lucca ist problemlos, zwar nicht gerade auf ganz ruhiger Straße, aber der Verkehr hält sich in Grenzen.


Blick auf Lucca

Neben seinen 99 Kirchen und Kapellen bietet Lucca kleine Gassen und einen beeindruckenden Stadtwall, der auf seiner gesamten Länge von 4 km begangen oder per Fahrrad befahren werden kann.


Stadtwall von Lucca

Da es im Ort einen Fahrradverleih gibt, fahren ziemlich viele Ungeübte herum, man muss gut aufpassen.

Innerhalb der Stadtmauern geht es sehr touristisch zu, es gibt einige nette Plätze zum Rasten, Café trinken oder Essen.

Von Lucca fahre ich weiter Richtung Camaiore. Die Landschaft ist schön, der Verkehr stört mal wieder. Relativ unbemerkt geht es permanent bergauf.
Erst als ich oben auf dem Pieve del Camaiore stehe und nach unten schaue (leider inzwischen bei Regen), bin ich beeindruckt von der Aussicht und verblüfft über die Höhe, in der ich mich jetzt befinde. Durch den Regen genervt, kann ich dies leider gerade gar nicht genießen und fahre sofort weiter, bergab, bis ich in Camaiore ankomme und dort den nächsten Regenschauer unter einer Überdachung abwarte.


Doppelregenbogen

Danach geht es weiter Richtung Marina di Camaiore, auf dem Weg entdecke ich einen Doppelregenbogen. So etwas hatte ich noch nie gesehen!

Der Strand und die Strandpromenade von Marina di Camaiore und schließlich Viareggio (beides geht nahtlos ineinander über) sind faszinierend: es wimmelt von Menschen, Autos, Hunden, Kindern und sogar Radfahrern, die einen eigenen Radweg haben, den aber keiner außer den Radlern ernst nimmt.
Hinter dem Hafen von Viareggio schließlich befinden sich die gesuchten Campingplätze. Ich entscheide mich für den Camping Viareggio, nicht für den im Reiseführer empfohlenen Camping Paradiso, und werde dort sehr freundlich empfangen.


Am Strand

Zwar nicht direkt am Meer, aber nur durch die Macchia Luccese (ein gewaltiges Naturschutzgebiet entlang des Meeres) getrennt. Nachdem das Zelt aufgebaut ist, fahre ich auch sofort noch ans Meer und erfreue mich an der Küstenlandschaft und dem gleichzeitigen Anblick der schneebedeckten Berge der Apualischen Alpen.

30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52


6.April 2010

Kalt war's in der Nacht, aber im Schlafsack kuschelig. Nur das Aufstehen ist etwas hart, zumal es dann auch noch ein offenes Waschhaus gibt. Aber es geht schon! Zum Glück kann ich Tee kochen, den ich dann eingemümmelt im Schlafsack beim Sudoku trinken kann. Um halb 9 bin ich bereits unterwegs – auf der Suche nach einem Café fürs Frühstück, das ich schon bald auf der Strandpromenade finde. Heute morgen ist diese wie ausgestorben – wenn ich an die Menschenmassen denke, die sich gestern über Strandpromenade und Radweg geschoben haben.

Bis Lido di Camaiore bleibe ich auf Geh- und Radweg, wechsle dann aber doch auf die breite, nicht allzu befahrene Straße, auf der ich mich während der gesamten Strecke in Gesellschaft etlicher Radrennfahrer befinde. Dadurch wohl im Umgang mit Radlern geübt – vielleicht aber auch anders als die besserwisselnden Deutschen – stört sich kein einziger Autofahrer daran, dass er die Straße mit uns teilen soll.
Immer an den Stränden und Strandpromenaden entlang komme ich schließlich nach Fiumaretta di Améglia. Ab hier geht es steil und stetig bergauf.


Montemarcello in Ligurien

Oben in Montemarcello gibt es ein uriges Café – fast wie eine Berghütte – mit einem Garten, in dem man sehr relaxt an selbstgebauten Tischgruppen sitzt. Nach dem Cappuccino steht eine schwere Entscheidung an: steil bergab bis Létice (so war der Ursprungsplan) oder relativ entspannt über Améglia zurück nach Viareggio?


Am Strand

Ich entscheide mich für die kürzere Variante, um noch Zeit und Muße für ein Bad im Meer und eine Siesta am Strand zu haben. Trotz des (15°???)-kalten Wassers und der ungläubigen Blicke der Italiener genieße ich das diesjährige Anbaden und das anschließende Sonnenbad.
Für die Rückfahrt nach Viareggio bleibt mir eigentlich nur die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg, was mich aber nicht stört – entlang der Küste sieht sowieso alles ähnlich
aus.

Nach 90 km komme ich am Campingplatz an und habe noch Zeit zum Duschen und Relaxen, bevor ich wieder in die Osteria La Casetta in der Nähe des Campingplatzes zum Essen gehe. Als Vorspeise gibt es diesmal Bruschetta a l’aglio – absolut vampirabweisend!

30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52


7. April 2010

Die Nacht war nicht viel wärmer als die vorangehende.


Blick auf die Apualischen Alpen


Das Morgenritual ist das gleiche wie am Vortag. Heute muss ich jedoch noch das Zelt abbauen, denn es geht ja weiter nach Pisa, von wo ich morgen früh zurückfliege nach Berlin. Gegen 10 Uhr bin ich fertig und fahre zunächst durch die Macchia Luccese mit letztem Blick auf die Berge der Apualischen Alpen.


Flüsschen in der Macchia

Ein Fuß- und Radweg führt Richtung Torre in Strandnähe. Direkt hinter der Macchia stoße ich auf eine Straße, von der aus es auch etliche Strandzugänge gibt. Jetzt außerhalb der Saison ist alles leer, im Sommer dürfte es ziemlich belebt sein.

Schließlich geht es links ab Richtung Lago di Massaciuccoli, wo die Villa von Puccini zu besichtigen ist. In der danebenstehenden Kapelle ist Puccini bestattet. Direkt am See befindet sich eine Freilichtbühne, auf der jährlich im August das Festival Pucciniano stattfindet.
Für die Weiterfahrt muss ich zunächst zurück Richtung Küste. Dann führt wieder ein Weg parallel zum Strand noch einige Kilometer durch Naturschutzgebiet San Rossore.


Ende des Weges am Sérchio


Erst am Sérchio geht es nicht mehr weiter. Es gibt keine Brücke weit und breit und ich muss Richtung Migliarino fahren. Dort endet die heutige Idylle. Alle weiteren Straßen sind stark befahren und dienen lediglich dem Vorankommen.

Nach ca. 10 km ist es geschafft und ich erreiche Pisa. Und sofort ein Hinweis zum Camping Torre Pendente. Eigentlich hatte ich mich schon auf Zimmersuche gefasst gemacht, bin daher sehr erleichtert, dass mir dies erspart bleibt.
Da es erst früher Nachmittag ist, mache ich mich noch auf in Richtung Meer.
Mein erster Versuch im Parc Regional Migliarino S. Rossore ist etwas unbefriedigend: der Parc ist nur Sa und So für die Öffentlichkeit zugänglich, während der Woche nur bis zum nahe gelegenen Informationszentrum. So entscheide ich mich trotz der wieder stärker befahrenen Straße für die Fahrt nach Marina di Pisa und Tirrénia. Der Verkehr ist zwar nervend, aber kein Vergleich zur Nationalstraße. Marina di Pisa ist ein kleiner Küstenort mit einigen Bars, Hotels und Gelaterias. Die Strände dort sind steinig, nicht sehr einladend zum Liegen oder Baden. Das dürfte wohl der Grund sein, warum die Pisaner nach Tirrénia fahren. Dort gibt es Sandstrände, allerdings ist es nicht ganz einfach, einen öffentlichen Strand zu finden. Da ich zügig durchgefahren bin, ist mir warm genug für ein zweites Bad im Meer. Wieder bin ich die Einzige. Einige Menschen sonnen sich aber oder spielen mit ihren Kindern.


Tirrénia

Ansonsten ist Tirrénia sehr hässlich, die Strandpromenade muss Ende des Weges am Sérchio Tirrénia auch früher schon unansehnlich gewesen sein, jetzt wirkt sie zusätzlich total vernachlässigt. Die Menschen halten sich trotzdem hier auf.

Zurück geht es anfangs auf einer kleineren Straße, die aber später auf die gleiche Straße wie auf dem Hinweg führt. Ich komme schnell voran und bin zeitig genug zurück um das Zelt aufzubauen und noch Pisa zu besichtigen.


Pisa

Der obligatorische Schiefe Turm ist auch jetzt noch ziemlich bevölkert, in den Straßen wird es aber schon ruhiger. Ich radle noch ein bisschen durch den Ort, erkunde dann schon mal den Weg zum Flugplatz und suche mir schließlich eine Pizzeria fürs Abendessen.
Die Nacht wird noch etwas aufregend, da ich nach meiner Rückkehr zum Zeltplatz den Krankenwagen vorfahren sehe, der eine Berlinerin aus ihrem vor meinem Zelt stehenden VW-Bus abtransportiert. Der dazugehörige Mann möchte sie begleiten, allerdings gibt es noch zwei Kinder, die bis dahin in der Pizzeria des Campingplatzes sitzen. Ich biete also an, mich um die beiden zu kümmern und habe noch zwei unterhaltsame Stunden mit den beiden sehr gesprächigen Jungen.

30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52



Bereit zum Rückflug


8. April 2010

Der aufregendste Tag steht bevor: Ich habe den Rückflug bei Easyjet gebucht und keinen Fahrradkarton für mein Rad dabei (wie auch???). Also stehe ich so zeitig auf und radle schon so früh die kurze Strecke zum direkt in Pisa gelegenen Flugplatz, dass ich bereits eine Stunde vor Eincheckbeginn da bin - in der Hoffnung beim Erkunden der Abfertigungshalle Möglichkeiten der Umgehung des Kartonzwangs zu entdecken. Letztendlich wage ich es einfach und checke mit Gepäck und per Plane verpacktem Fahrrad ein.
Am Schalter werde ich zwar darauf hingewiesen, dass dies nicht korrekt ist, doch anders als ich es aus Berlin kenne, gelingt es mir, mit meiner eleganten Planenverpackung angenommen zu werden.


Gepäcktransport

Auch meine beiden Ortlieb-Taschen und mein Zelt, die per Gurten zu einem einzigen Gepäckstück reduziert werden mussten, gehen anstandslos durch!
Puh!!!


Kategorie: Radtouren

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30.05.2010 19:52 | geändert von Nicole: 30.05.2010 19:52


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