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Samen aussäen Aussaat *schnell + einfach* Anleitung mit Bild

Samen aussäen Aussaat *schnell + einfach* - Anleitung mit Bild für kurze Keimdauer (Keimzeit)

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Ergänzung zu Pflanzenpflege > Vermehren

Samen aussäen - Aussaat *schnell + einfach*
Als Einsteiger schwirrt einem oft bald der Kopf von Begriffen wie Lichtkeimer, Dunkelkeimer, Frostkeimer, Kaltkeimer, Stratifizieren (=Behandlung, um die Samenruhe/Keimruhe künstlich zu beenden), Keimdauer/Keimzeit, Keimfähigskeitsdauer, keimfreie Aussaaterde und dergleichen. Es gibt zwar in der Tat einige Samen, bei denen man einen solchen Aufwand betreiben muss, um sie zum Keimen zu bewegen, z.B. beim Rosen Aussäen, für den Hausgebrauch geht es aber in der Praxis selbst mit vielen als heikel geltenden Pflanzen wie Petersilie zuverlässig und sehr schnell, wenn man einfach nur die folgenden 3 Regeln beachtet.

Anzucht Anleitung in 3 Regeln | FAQ | Verziehen, Vereinzeln, Pikieren

1. Wo aussäen? Minigewächshaus verwenden und dieses auf einem Fensterbrett über einer Heizung aufstellen. Standort, Licht: Hell aber keine volle Sonne, mäßige Zimmertemperatur, um 20 Grad C, z.B. Badezimmer am Ostfenster.

2. Wie aussäen? Samen nur dünn mit Erde bedecken, je feiner er ist, desto weniger, ggf. nur vorsichtig andrücken. Staubfeine Samen z.B. vom Löwenmaul bezeichnet man deshalb auch als "Lichtkeimer".

3. Wie gießen? Nach der Aussaat angießen, damit die Samen ringsherum ohne Luftlöcher mit Erde verbunden sind. Danach mäßig feucht halten, aber auf keinen Fall nass und unter keinen Umständen austrocknen lassen. Schon kurzzeitiges, einmaliges Austrocknen kann die Keimung lange verzögern oder sogar ganz verhindern. Zu viel Nässe kann leicht zum Faulen der Samen oder Sämlinge führen (z.B. auch sog. "Umfallkrankheit"). Wenn die Luftfeuchtigkeit *zu* hoch ist, sodass sich Wassertropfen an der Scheiben bildet, den Deckel sofort zum Lüften vorübergehend abnehmen. Sofort nach dem Abtrocknen wieder auflegen, da hohe Luftfeuchtigkeit ("gespannte" Luft) die Keimzeit stark verkürzt.


Minigewächshaus zum Samen aussäen am besten auf einem Fensterbrett über einer Heizung aufstellen. Deckel sofort vorübergehend lüften, wenn sich Tropfen an der Scheibe niederschlagen.
Bild Datum: 2008-03-23 | Foto ID: 2009121202

Bezugsquellen
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12.12.2009 12:12 | geändert: 12.12.2009 12:12


Häufige Fragen und Antworten - FAQ

Wie lange ist die Keimdauer?
Die Keimzeit ist unter solchen optimalen Bedingungen bei vielen Samen oft nur wenige Tage. Je ungünstiger die Bedingungen sind, desto länger ist die Keimdauer und kann sich dann meist 2-4 Wochen oder noch länger hinziehen.

Welche Aussaaterde verwenden?
Teure, keimfreie Aussaaterde braucht man höchstens im seltenen Ausnahmefall, wenn Probleme auftreten sollten. Normalerweise keimen die Samen auch problemlos in der preisgünstigsten, normalen Blumenerde (nur Torfersatz verwenden, um nicht die Umwelt unnötig zu belasten!). In der Natur muss der Samen schließlich auch mit normalen Bedingungen zurecht kommen, wenn die Art überleben will. Was nur keimen kann, wenn es auf sterile Spezialerde fällt, wäre längst ausgestorben.

Warum keimen Samen nicht?
Als problematisch bekannte Samen am besten sofort bei Reife aussäen, ggf. auch einen Tick davor, um die Keimrate und Keimfähigkeit zu erhöhen und ggf. die Keimzeit drastisch zu verkürzen, indem man die sonst einsetzende Keimruhe verhindert:
Kaltkeimer muss man nicht bei Kälte aussäen, sondern sie eine Zeit lang Frost aussetzen, um die Samenruhe (Keimruhe) zu beenden (z.B. über den Winter in feuchtem Sand/Kalter Kasten, ersatzweise etwa 1 Monat im Kühlschrank bei ca. -4 bis -5°C). Die Samenruhe, die bei manchen Samen direkt nach Reife einsetzt, hat den Zweck, vorzeitiges Keimen zu verhindern, wenn nach der Reife widrige Bedingungen zu erwarten sind, unter denen die zarten Sämlinge sofort das Zeitliche segnen würden, z.B. bei Alpenblumen wie Christrose (Helleborus niger) oder Sterndolde (Astrantia major). Im Zweifelsfall einfach die Hälfte der Samen im Herbst im Kalten Kasten aussäen und die andere Hälfte normal trocken, dunkel und nicht zu warm im Haus überwintern und im Frühling auf der Fensterbank aussäen, am besten im Minigewächshaus über einer Heizung.

Wie Sämlinge pflegen?
Die Sämlinge werden normal weiterkultiviert: Sobald die ersten richtigen Blätter nach den Keimblättern erscheinen, pikiert man (=Umpflanzen und dabei die Wurzeln leicht einkürzen, damit sie sich besser verzweigen). Sie wachsen dadurch in der Regel deutlich besser.


Löwenmaul Sämlinge in Aussaatschale (zum Größenvergleich mit 1 Cent Stück) und Cosmea Sämlinge (rechts, groß).
Aussaat: 07.02.2009
Keimung Löwenmaul mehrjährig (ganz links): (14.)18.02.2009 | Löwenmaul einjährig: 11.02.2009 | Cosmea: 09.02.2009.
Bild Datum: 2009-02-15 | Foto ID: 2009120805

12.12.2009 12:21 | geändert: 12.12.2009 12:21


Verziehen - Vereinzeln - Pikieren: Was ist das eigentlich + was ist der Unterschied?

"Verziehen" bedeutet auseinander pflanzen, da sich die Sämlinge nur bei ausreichend Platz kräftig entwickeln. Durch gleichzeitiges leichtes Einkürzen der Wurzeln ("Pikieren") verzweigen sie sich besser und werden noch kräftiger.


Pikierte Sämlinge von leckerem Wildkohl (mehrjährig!), Cosmea (gefiedert) und Löwenmaul.
Bild Datum: 2008-05-28 | Foto ID: 2008122811

"Vereinzeln" heißt dagegen *nicht* umpflanzen, sondern überzählige Sämlinge herausreißen, weil sie ausnahmsweise ein Umpflanzen nicht vertragen, da die Wurzeln empfindlich für Verletzungen sind, z.B. Pfahlwurzler. Sie werden direkt ins Freiland an Ort und Stelle gesät. Bei manchen Pfahlwurzlern ist es außerdem sehr wichtig, darauf zu achten, dass keine Steine im Boden sind, z.B. Möhren. Sonst sieht nämlich die Ernte dann leider so aus:


Mohrrüben (Karotten) sollte man nicht in steinigen Boden aussäen... Historisches Foto von mir als Gemüsegärtnerin nach der ersten Möhren Aussaat seinerzeit (Learning by Doing - The Hard Way).
Bild Datum: 1993-00-00 | Foto ID: 1993000002

Weitere Anzucht
Zur weiteren Anzucht der Sämlinge verwendet man am besten ein Gewächshaus. Kleine Pflanzenmengen kann man aber praktisch ebenso gut im Zimmer heranziehen, man muss nur darauf achten, für weitgehend ähnliche Bedingungen zu sorgen: So viel Licht und frische Luft wie möglich, damit die Sämlinge keine schwachen, langen ("geilen") Triebe bilden, sondern kräftig und gedrungen wachsen. Dazu am besten wann immer möglich vorübergehend ins Freie stellen. Wichtig: Nie direkt vom Zimmer in die Sonne, egal wie sonnig sie drinnen standen, da sie sonst verbrennen. Immer erst einige Tage in den Schatten oder an einem trüben Tag ausräumen, damit sie sich ausreichend langsam abhärten können.


Gewächshaus zur optimalen Anzucht von Sämlingen und Jungpflanzen allgemein.
Bild Datum: 2009-06-17 | Foto ID: 2009121203

Siehe auch
Pflanzen vermehren
Gartenarbeit im Juni - Was nicht vergessen?

12.12.2009 12:43 | geändert: 29.06.2012 06:51


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