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Wurzeleinwuchs Abwasserrohr, Schäden durch Bäume + Sträucher

Kanalwurzeln durch Weide, Efeu oder Haselnuss?

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Hallo,
der Abwasserkanal(Tonrohre)unter meinem Haus musste wegen starker Einwurzelung ausgefräst werden.
Wer kann der Verursacher für das Problem sein und muss deshalb dringend entfernt werden: eine 25 Jahre alte Weide ca. 7 m vom Haus entfernt und 8-10m hoch, der Efeu an meiner Hauswand oder ein Haselnußstrauch ca. 4m vom Haus entfernt.

Ich wäre sehr froh, eine Auskunft von den Experten zu bekommen.

Freundliche Grüße
sigurd

17.02.2008 15:05 | geändert: 17.02.2008 15:05


Hallo sigurd,

evtl. hängt das davon ab, in welcher Tiefe sich die Rohre befinden. Unserer Meinung nach kann es sich aber um die Wurzeln aller drei genannten Pflanzen handeln, und wahrscheinlich sogar auch noch aller möglichen anderen Gehölze:

Eine besonders häufige Ursache für verstopfte Abwasserrohre sind vor allem Wurzeleinwuchs durch *Undichtigkeiten* im Muffenbereich der Tonrohre, so dass man in der Regel neuen Wurzeleinwuchs leider nicht einfach durch Fällen eines oder mehrerer Bäume mit aggressiven Wurzeln vermeiden kann, sondern eine Sanierung der Abwasserrohre erforderlich ist.

Dies kann man heute ohne Bauarbeiten elegant durch eine sogenannte Inlinesanierung vornehmen lassen.

Dafür entstehen zwar bei einem normalen Haus meist etwa 2000-4000 Euro Kosten, aber dafür sind die Abwasserrohre dann auch dauerhaft und vernünftig repariert, und man braucht auf absehbare Zeit nicht nur keine Verstopfung mehr zu befürchten, sondern auch keine Haftung für versickerndes Abwasser, das Erdreich und Grundwasser verschmutzt.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Weinreich, GartenDatenbank.de Team

Nützliche Links

Weitergehende Informationen zu Wurzeleinwuchs an Abwasserrohren und Möglichkeiten der Sanierung:
http://www.sr-online.de/fernsehen/453/492779-2.html
http://www.schadenprisma.de/SP/SpEntw.nsf/d19d3176e0d69443c125699200555212/0dde047b2f98d9e2c1256cad004d982e?OpenDocument

18.02.2008 10:04 | geändert: 18.02.2008 10:04


Hallo,

unsere Abwasserrohre sind kaputtgegangen und jetzt sind neue gelegt worden in 80 cm Tiefe. Gibt es Büsche, Bäume,Sträucher oder Gräser die ich jetzt anpflanzen kann mit einem geringeren Risiko, das die Wurzeln versuchen in die Rohrleitungen zu kommen?

17.03.2008 23:02 | geändert: 17.03.2008 23:02


Sträucher oder sogar Bäume sollte man unserer Meinung nach nicht direkt über die Abwasserleitungen bzw. die Kanalisation pflanzen.

Auch Gräser können heikel sein, viele sind trockenheitsresistent, was ein Anhaltspunkt für ein tiefes Wurzelsystem sein kann, das betrifft inbesondere Bambus, auch Fargesia, der zwar Flachwurzler ist, aber aggressive Wurzeln hat.

Am besten legt man über der Hauskanalisation schöne Wege an und pflanzt allenfalls Sträucher in die Nähe, d.h. im Abstand von *mindestens* 1,50-2 Meter, die langsamwüchsig und Flachwurzler und deren Wurzeln nicht aggressiv sind.

Achtung: Im Gegensatz dazu sind es bei *Bäumen* gerade umgekehrt die Flachwurzler, die für die Rohre gefährlich werden und die meisten Schäden verursachen. Baumwurzeln können sehr dick werden, da sie die Bäume gegen Umkippen sichern müssen. Wachsen sie in der Nähe der Leitungen, können sie durch dieses Dickenwachstum Druck und dadurch Risse versachen, in denen es dann zum gefürchteten Wurzeleinwuchs kommt.

Welche Pflanzen (Sträucher) Nähe Abwasserrohre?

Beispiele für Gehölze, bei denen man in der Regel keine Schäden befürchten muss.

Berberitze
Schönfrucht Liebesperlenstrauch
Gewürzstrauch (Calycanthus floridus)
Bartblume (Caryopteris)
Scheinhasel, Glockenhasel
Perückenstrauch (Cotinus)
Elfenbeinginster (Cytisus x praecox)
Deutzie, Sternchenstrauch Rosendeutzie Maiblumenstrauch (Deutzia)
Forsythie
Zaubernuss
Hortensie
Buschklee
Immergrüne Heckenkirsche
Purpurmagnolie (Magnolia liliiflora)
Sternmagnolie
Pernettya Torfmyrte (Gaultheria)
Pieris, Lavendelheide
Fingerstrauch (Potentilla)
Rhododendron und Azalee
Blutjohannisbeere
Spirea, Spierstrauch (Spiraea)
Schneebeere Purpurbeere
Thuja, Lebensbaum
Kleinblättriger Flieder (Syringa microphylla)
Heidelbeere Blaubeere, Kulturheidelbeere Gartenheidelbeere (Vaccinium corymbosum)
Duftschneeball, Winterschneeball

Absolute Sicherheit gegen Wurzeleinwuchs gibt es aber auch bei diesen flachwurzelnden, nicht aggressiven Büschen nicht, denn sie können sich etwa bei extremer Trockenheit weiter oder tiefer als erwartet und üblich ausbreiten und dann doch Wurzeleinwuchs verursachen, wenn die Muffen aus irgendwelchen Gründen nicht ganz dicht sind. Vorsorglich kann man für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen, z.B. durch Mulchen der Beete. Am geschützten Standort, z.B. durch eine dichte Bepflanzung breiten sich Wurzeln ebenfalls nicht übermäßig aus, da sie die Pflanzen ja nicht wie einzeln stehende gegen Sturm sichern müssen.

Wirklich unbedenkliche und harmlose Pflanzen über Versorgungsleitungen sind normalerweise vor allem Rasen, aber auch Blumen-Stauden einschließlich Blumenzwiebeln, mit denen man sich über einer Abwasserleitung z.B. einen Steingarten anlegen kann.

Umgekehrt müssen selbst große Bäume mit aggressiven Wurzeln nicht zwangsläufig Schäden am Rohrsystem verursachen, wenn es sachgerecht verlegt ist. Bei uns wächst beispielsweise in 1,50 Meter Abstand der Abwasserrohre unter anderem eine prächtige, vitale und große Birke, ein typischer Flachwurzler mit aggressiven Wurzeln und weitreichendem Wurzelsystem, ohne dass seit dem Hausbau in den 1960er Jahren ein Schaden zu beklagen war.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Weinreich, GartenDatenbank.de Team

27.03.2008 14:29 | geändert: 22.05.2009 19:14


Grenzbepflanzung mit Fichten/Tannen durch Nachbarn.

meine Befürchtung: Beschädigung meiner Abwasserrohre durch Wurzelwerk ( ca. 4 Meter Abstand zum Haus )

Ist eine Beschädigung möglich ?

27.06.2008 16:29 | geändert: 27.06.2008 16:29


Ja, siehe auch
Abstand Baum vom Haus,
Wie tief werden Wurzeln Flachwurzler Tiefwurzler Baumwurzeln und
Schäden an Bauwerken durch Wurzeln der Bäume (Bauwerksschäden durch Baumwurzeln)

Fichten und Tannen auch ansonsten bloß nicht in einen normalen Hausgarten pflanzen, wenn überhaupt allenfalls ab Parkgröße von mehreren(!) Tausend Quadratmetern.

Das hat noch fast jeder alsbald bereut, spätestens nach 20 Jahren sind sie bereits viel zu groß, verschatten den Garten, trocknen den Boden aus und versäuern ihn durch ihren Nadelwurf.

Für die Fällung und meist sogar auch das Aufasten, damit wieder Licht und Luft in den Garten kommen, braucht man nicht nur eine behördliche Genehmigung, sondern diese Arbeiten kosten aufgrund der Größe der Bäume dann meist richtig Geld (eigene leidvolle Erfahrung).

Ideale Alternative: Eibe (Taxus baccata), kann in jedem Alter auf jede beliebige Größe zurückgeschnitten werden, verkahlt nie, trocknet als Tiefwurzler den Boden nicht aus und dringt nie in Entsorgungsleitungen.
Über diesen edlen Baum bzw. edle Hecke können sich auch die Kinder, Enkel und andere Nachfolger im Garten noch freuen, während spätestens ihnen Tanne, Fichte und Thuja (Lebensbaum) normalerweise nur Arbeit und Ärger machen.

Mit freundlichen Grüßen
Giesela Giersch, GartenDatenbank.de Team

27.06.2008 17:05 | geändert: 27.06.2008 17:05


Ein Beitrag aus diesem Thread wurde in einen neuen Thread verschoben:

Sanddorn (Hippophae rhamnoides) Wurzeln aggressiv?

08.07.2008 19:28 | geändert: 08.07.2008 19:28


2 Beiträge aus diesem Thread wurden in einen neuen Thread verschoben:

Eibe und Kinder - Giftpflanzen im Garten

18.03.2009 13:47 | geändert: 18.03.2009 13:47


Leider kann ich die Feststellung von Frau Giesela Giersch, dass Eiben (Taxus) nie in Kanalisationsröhren einwachsen, nicht bestätigen. Die mikroskopische Bestimmung von Wurzeln eines dicken Pfropfs entnommen einer Regenwasserröhre (in 2,5 m Tiefe) ergab eindeutig als Missetäter eine Eibe.

31.08.2011 17:55 | geändert: 31.08.2011 17:55


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