Standort, Ansprüche:
Anbau - Licht: Halbschatten (=heller Schatten oder durchbrochene Sonne) bis tiefer Schatten unter Laubgehölzen, die nicht allzu früh austreiben. Bärlauch verträgt keine volle Sonne. Wasser, Gießen: Feucht, halten, jedoch empfindlich gegen Staunässe. Dünger, pH-Wert: Der Boden muss nährstoffreich und humusreich sein, am besten mit Laub mulchen, er wächst nur dann zufriedenstellend und breitet sich wie gewünscht als dichter Bodendecker aus, wenn die Bedingungen möglichst so wie in seinem natürlichen Lebensraum im Laubwald sind. Wird das alte Laub der Gehölze im Frühling beim Frühjahrsputz weggeharkt, sollte man daher anschließend eine Schicht reifen Kompost auftragen. Das Substrat kann neutral, kalkhaltig (alkalisch) und bei ausreichend Gehalt an Humus auch recht sauer sein. Ähnliche Ansprüche wie Buschwindröschen (Anemone nemorosa).
Geschützter Platz: Blütenknospen und Blüten vertragen keinen Frost und erfrieren sofort.
Schneiden:
Zum Ernten pro *Zwiebel* 1 Blatt belassen (bei buschartigem Wuchs im Horst siehe unten an den Pflanzen: 1 Schaft=1 Zwiebel), damit sich die Pflanzen regenerieren können. Eine Zwiebel bildet meist 2-3 Blätter. Die Zwiebeln vermehren sich durch Teilung ähnlich wie Knoblauch und stehen dann oft horstartig zusammen.
Die Blätter zur Ernte unten am Ansatz abschneiden.
Vermehren:
Sehr leicht zu vermehren durch Teilung in einzelne Zwiebeln bei Austriebsbeginn oder nach der Blüte, Selbstaussaat (nach Etablierung sehr leicht) oder Aussaat (problematisch).
Sonstiges:
Pflanzung (Pflanztiefe, Pflanzabstand): Die etwa wie eine Knoblauchzehe große Zwiebel ca 4 cm tief im Abstand von 15 cm pflanzen. Pflanzzeit: Ganzjährig.
> Erfahrungsbericht: Das Aussäen hat bei uns aus Samentüten auch in mehreren Versuchen weder im Kalten Kasten noch direkt im Freiland geklappt. Die Samen müssen daher wahrscheinlich am besten ganz frisch direkt nach der Reife ohne Lagerung ausgesät werden.
Tipp: : Am einfachsten kauft man fertige Bärlauchpflanzen, die im zeitigen Frühling neuerdings auch günstig in der Gemüseabteilung vom Supermarkt vorgezogen mit Blättern im Topf erhältlich sind. Sie stammen aus dem Gewächshaus, sind daher frostempfindlich und werden erst ausgepflanzt, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, ggf. erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Man teilt sie in die einzelnen Zwiebeln auf und pflanzt diese in etwa 15 cm Abstand.
Die ersten 3-4 Jahre nach dem Pflanzen nur mäßig ernten, damit die Zwiebeln gut anwachsen. Später breitet sich Bärlauch am zusagenden Standort auch durch Selbstaussaat oft so stark aus, dass er fast lästig werden kann.
Siehe auch Pflanzenpflege Grundsätzliches↓
> Ähnliche Arten, Kennzeichen zur Identifizierung (Bestimmung)

Bärlauch
(Allium ursinum)
2004-03-31
Vorsicht! Vor der Blüte Verwechslungsgefahr mit den sehr stark giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Herbstzeitlose (Colchicum autumnale):
Bärlauch-Blätter riechen stark nach Knoblauch (Allium sativum), haben einen Stiel und zwischen ihnen sitzt keine Frucht.
Herbstzeitlose-Blätter sind geruchlos, fast grundständig, auf kurzem Stiel und meist 3 umhüllen eine basale, knabenkrautähnliche Frucht-Kapsel.
Maiglöckchen-Blätter sind geruchlos und an der Basis mit violettrötlichen oder grünen Scheiden. Maiglöckchen treiben normalerweise erst deutlich später aus als Bärlauch. Wenn dieser bereits voll entwickelte Blätter hat und man ihn schon ernten kann, erscheinen bei den Maiglöckchen erst die Spitzen des Austriebs im Boden.

Bärlauch und Aronstab Blätter.
2008-04-13
Bärlauchblätter haben außerdem Ähnlichkeit mit giftigem Aronstab (Arum maculatum). Beide Arten treiben gleichzeitig früh aus, bevorzugen denselben Standort im feuchten Laubwald und wachsen mitunter zusammen, sodass es beim Sammeln der Blätter zu einer gefährlichen Verwechslung kommen kann.
Aronstab Blätter sind pfeilförmig oder speerförmig, netznervig. Die Pflanze ist in allen Teilen sehr stark giftig. Auch der Pflanzensaft verursacht starke Hautreizung und Schleimhautreizung.
"Berliner Bärlauch", Wunderlauch
Der dem Bärlauch besonders ähnliche, gelegentlich aus Gärten verwilderte Wunderlauch (Allium paradoxum, Seltsamer Lauch) unterscheidet sich vor allem durch seine Blüten, die meist als einzelnes (oder 2-3), hängendes, zartes Glöckchen erscheinen und sehr an Maiglöckchen, Schneeglöckchen oder Märzenbecher erinnern.
Seine Blätter sind deutlich schmaler (etwa 2cm breit), meist nur 1 Blatt pro Pflanze.
Wunderlauch ist ebenfalls essbar und wird auch Berliner Bärlauch genannt, weil er dort und im Umland besonders häufig verwildert anzutreffen ist. Er stammt aus dem Kaukasus, Bergen in Zentral-Asien und N-Iran, wo er an schattigen Standorten in Wäldern verbreitet ist.
Insbesondere durch 3-4 kleine Brutzwiebeln im Blütenstand breitet er sich oft invasiv aus und kann dadurch äußerst lästig werden.
Er blüht noch vor Bärlauch und Maiglöckchen, schon im April, und verbreitet in Massenbeständen einen ähnlichen Duft wie Bärlauch.
Sein wirklich entzückendes Erscheinungsbild verführen einen meist dazu, ihn sich bei Entdeckung in den Garten zu holen. Besser ist es, sich zu beherrschen, denn durch die Tochterzwiebeln kann man ihn später nur *noch* deutlich schlechter wieder loswerden als Bärlauch und Maiglöckchen...
Deep Thoughts... Wenn man sich nichts vormacht bzw. zumindest wenn man nur ein normales Wahrnehmungsvermögen hat, stellt man nämlich meistens alsbald fest, dass Bärlauch (einschließlich "Berliner Bärlauch") bis vor wenigen Jahren zu Recht vergessene Gewürzpflanzen waren: Für mich persönlich und fast alle Bekannten und Verwandten, die ich dazu befragt habe, schmecken sie jedenfalls einfach nur weniger intensiv als Schnittlauch oder Etagenzwiebeln. Sie sind aber wesentlich unpraktischer, insbesondere auch weil sie durch ihren Standort unter Gehölzen häufig durch Vogelexkremente verunreinigt sind. Bärlauch wird bei uns an einigen Stellen im Garten auch öfter ein Opfer der Schnecken.
Einen Knoblauch oder Bärlauch ähnlichen Geschmack wird gerne auch dem spätblühenden Knolau, Schnittlauch-Knoblauch (Allium tuberosum) nachgesagt, der sich aus unserer Sicht aber auch mehr als Zierpflanze eignet.
Gartengestaltung: Bärlauch eignet sich hervorragend als pflegeleichter Bodendecker schattige Bereiche unter Gehölzen oder am Gehölzrand.
Küche: Die Blätter sind seit einiger Zeit ein Modegewürz, schmecken sehr ähnlich wie Schnittlauch und Knoblauch. Sie werden im Ganzen verwendet, jedoch ohne Stiel, z.B. im Salat oder Kräuterquark oder zu Pasta und anderen Nudeln. Auch die Blüten und Zwiebeln sind essbar.
Dass Bärlauch im Gegensatz zu Knoblauch keine Ausdünstungen mit Knoblauchgeruch verursacht, soll ein Gerücht sein (Quelle: Kochbuch von Stiftung Warentest). Ich persönlich habe es noch nicht überprüft, da ich beide Gewürze immer zusammen verwende.
Heilpflanze: Bärlauch enthält in etwas anderen Anteilen die gleichen schwefelhaltigen Inhaltsstoffe wie Knoblauch, weshalb die gleichen gesunden Wirkungen angenommen werden (wahrscheinlich schwächer).
Die Herkunft des Namens Bärlauch ist unklar, er soll die erste Nahrungsquelle für Bären nach dem Winterschlaf gewesen sein oder sich darauf beziehen, dass er angeblich "Bärenkräfte" verleiht.