Inhalt
Veredelung, Veredeln
(Glossar)
Was ist Veredelung?
Veredelung ist eine fremd-ungeschlechtliche (xeno-vegetative) Vermehrungs-Methode: Ein Teil einer Pflanze (Edelreis, Edelauge) wird in eine andere Pflanze (Unterlage) eingesetzt, um z.B. eine andere Wuchsform, Wuchskraft oder Unempfindlichkeit zu erzielen oder weil Stecklinge nicht (leicht/schnell) bewurzeln wie zum Beispiel bei der Magnolie.
Manche Pflanzen lassen sich nur durch Veredelung vermehren, z.B. wenn sie durch plötzliche Knospenmutationen (Sports, Spielarten) in einem einzelnen Nebenspross entstanden sind wie z.B. Korkenzieherhasel (Corylus avellana 'Contorta') oder der noch merkwürdigere Chimären-Goldregen (+Laburnocytisus adamii), bei dem derselbe Ast drei verschiedene Blütentrauben hervorbringt, weil der Sport nicht homogen, sondern ein Mosaik ist (=Verschiedene Zellen nebeneinander).
Wildtriebe aus der Unterlage müssen umgehend am Ansatz herausgeschnitten werden, sie überwuchern sonst die veredelte Sorte.
Auch krautige Pflanzen können veredelt werden: Bei der "Tomoffel" kann man oben Tomaten und unterirdisch Kartoffeln ernten.
Pflanzung veredelter Kletterpflanzen und anderer veredelter Pflanzen
Veredlungsstelle kommt immer über die Erde
Ausnahmen: Veredelungsstelle unter die Erde:
- Clematis (Klematis, Waldreben) (alle) werden handbreit tiefer gepflanzt,
- Rosen
- Päonien (Pfingstrosen, Paeonia): Staudenpäonien dürfen nicht zu tief (Augen max. 2-3 cm unter die Erde) gepflanzt werden, egal ob veredelt oder nicht, da sonst die Blüte ausbleiben kann. Strauchpäonien oder Baumpäonien müssen dagegen unbedingt tiefer, und zwar etwa handhoch (10 cm) unter die Erde gepflanzt werden, um einen Austrieb des Edelreises aus den schlafenden Augen unter der Erde und somit dichtbuschigen Wuchs zu erzielen.