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Wilde Orchideen
(Orchidaceae)
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Wilde Orchideen gibt es auch in Mitteleuropa und Deutschland, z.B. Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) Ehemals häufig, heute selten
Bild Datum: 2002-06-17 | Foto ID: 2005060129
Besonderheiten
Die Orchideen erfreuen sich aufgrund ihrer außergewöhnlichen Blüten besonderer Beliebtheit. Trotz der vielen verschiedenen Formen ist der Blütenbau bis auf einige Ausnahmen stets gleich:
3 äußere blumenblattartige Kelchblätter (Sepalen) bilden ein helmartiges Dach über dem Staubblatt und dem Griffel, die zu einer Säule verwachsen sind.
2 innere Blütenblätter (Petalen) stehen seitlich ab und
ein 6. aus Staubblättern entstandenes 3teiliges Blütenblatt bildet eine abwärts gerichtete Lippe (Labellum).
Bei den "Blütenstielen" handelt es sich um den unterständigen Fruchtknoten.


Noch relativ häufige wilde Orchideen:
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
2005-05-19 | 2005-05-28
Gefährdet sind heimische wilde Orchideen vor allem durch Standortveränderungen, z.B.
- Trockenlegung von Feuchtwiesen und
- künstliche Düngung.
Orchideenwiesen benötigen regelmäßigen Schnitt bzw. Beweidung zu bestimmten Jahreszeiten, da sie sonst durch einwuchernde hohe Stauden und Gehölze bedroht sind.
Alle einheimischen Orchideen stehen unter Naturschutz. Für Gärten sind sie ungeeignet, denn sie wachsen nur, wenn bestimmte Wurzelpilze im Boden enthalten sind (Symbiosepilze, endotrophe Mycorrhiza-Pflanzen).
Orchideen produzieren riesige Mengen staubfeiner Samen, die nur mit Hilfe dieser Pilze keimen. Im Labor ist heute zwar die einfache Vermehrung möglich, sodass auch einheimische wilde Orchideen im Handel sind, eine längere Kultur ist aufgrund ihrer Ansprüche jedoch oft heikel und aufwändig.
Zu den halbwegs geeigneten Gartenorchideen-Wildarten gehören einige Knabenkraut-Arten, z.B.
- Mannsknabenkraut (Orchis mascula), Mai, oder
- Fuchs' Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), Juni,
- Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Juni, und z.B. auch die asiatische
- Gestreifte Hyazinthenorchis, Japanorchidee, China-Orchidee (Bletilla striata), die allerdings hierzulande normalerweise Winterschutz benötigt bzw. sicherheitshalber im Winter herausgenommen werden muss, wie z.B. auch die Montbretie (Crocosmia x crocosmiiflora).
Dass man die einheimischen Wildarten nicht an ihrem Standort ausgräbt, sondern im seriösen Handel bestellt, sagt einem hoffentlich noch der gesunde Menschenverstand. Bezugsquellen↓
Unterscheidung Knabenkraut - Knabenkräuter (Orchis <‑>Dactylorhiza)
Winterharte Gartenorchideen (Übersicht)
Mit bisher weltweit über 20.000 bekannten Arten in mehr als 800 Gattungen gehören die Orchideen zu den größten Pflanzenfamilien.
Die meisten tropischen Arten wachsen selbständig (nicht als Schmarotzer) auf Bäumen (Epiphyten).
Unsere etwa 70 mitteleuropäischen Arten sind dagegen Erdorchideen, ihre Hauptblüte liegt im Frühsommer: Je nach Witterung stehen die Orchideenwiesen gegen Ende Mai bis Anfang Juni in voller Pracht.