Unzählige Abwehrpflanzen wie Kaiserkronen, Knoblauch, Wühlmauswolfsmilch u. dgl. zieren inzwischen unseren Garten.
Und es gibt wohl kaum eine Methode, die noch nicht zur Vertreibung von Wühlmäusen und Maulwürfen empfohlen wurde...
Abgesehen vom Zeit- und Geldaufwand schaden die meisten immerhin nicht, nach Aussaat und Pflanzung von über tausend Studentenblumen (Tagetes) hatten wir allerdings anschließend auch noch eine Schneckeninvasion zu beklagen.
Zum Einleiten von gefährlichen Giftgasen durch spezielle Patronen oder gar Fahrzeugabgase, Duft-Öle und sonstige Substanzen mit starken Gerüchen, ebenso wie zum Erzeugen von Lärm u.ä. sollte man sich nicht verleiten lassen:
Aufgrund der sehr großen Ausbreitung der Gangsysteme kann dies normalerweise überhaupt nicht zum gewünschten Ergebnis führen:
Das Gangsystem der Großen Wühlmaus (Arvicola terrestris) hat meist einen Durchmesser um 25m (bis 80m), das des Maulwurfs (Talpa europaea) von etwa 50m (bis 120m).
Die Größe des Reviers hängt von Jahreszeit, Nahrungsangebot und Geschlecht des Tieres ab, bei Untersuchungen in Wäldern NO-Schottlands wurden Maulwurfsreviere von fast 8000 qm nachgewiesen.
Spezielle Giftköder aller möglichen Sorten wurden bei uns fröhlich über Wochen und Monate wie eine Lieblingsspeise weggefressen und brachten so offenbar vor allem den geschäftstüchtigen Herstellern Erfolg.
Drahtkörbe um Wurzeln frischgepflanzter Obstbäume verursachten bei Anwendern schwerste Wachstumsstörungen durch diese nach einigen Jahren.
Plastikkörbe (z.B. für Tulpen) wurden bei uns problemlos durchfressen.
Ausweichen statt Ärgern
Nach jahrelangem schier endlosen Ärger über vernichtete Massenbestände von Tulpen, Krokussen u.dgl., habe ich zunächst einfach nur noch Zwiebeln gepflanzt, die Wühlmäuse meiden:
Narzissen, Schachbrettblumen, Kaiserkronen, Traubenhyazinthen, auch im Katalog von Gärtner Pötschke gibt es z.B. ein spezielles Sortiment.
Die Traubenhyazinthen waren zwar vorübergehend auch einmal fast verschwunden, aber vielleicht hatte das andere Ursachen. Da sie sich äußerst leicht ausbreiten, waren nach einigen Jahren plötzlich wieder große Bestände vorhanden.
Pflanzen, die Wühlmäuse normalerweise nicht fressen
Pflanzen, die sich stark ausbreiten und bei uns nach Fraßschäden wiederkamen
Auch bei den Krokussen und Tulpen kamen bei den Sorten, die sich leicht selbst vermehren, nach einigen Jahren wieder massenhaft Exemplare ohne eigenes Zutun hervor: Bei uns waren das bisher z.B. Elfenkrokus und Tulipa tarda.
Auch mit Weinbergtulpen (Wilde Tulpen, Tulipa sylvestris) will ich gelegentlich einen Versuch wagen.
Ansonsten hilft auch "Schönreden" ganz gut...
Wenn ich im Bekanntenkreis sehe, wie viel Arbeit große Obstbäume zur Erntezeit machen, bin ich gar nicht mehr so traurig, dass bei uns nur noch wenige davon wachsen.
Und über unsere gemeuchelten Blauregen (Wisteria sienens )-Exemplare bin ich im Nachhinein direkt froh:
Die Überlebenden wuchern unkrautmäßig, treiben aufdringlichst selbst aus alten Stämmen und den Wurzeln mit meterlangen Trieben in wenigen Wochen aus und streuseln Tausende von Blütenblättern im Frühling und Blätter im Herbst über die Teppiche der Terrasse unseres Büros.